EU Entry/Exit System (EES) startet: Massive Auswirkungen auf Geschäftsreisende
Am 10. April 2026 erreicht das lang erwartete Entry/Exit System (EES) der Europäischen Union seine volle operative Einsatzbereitschaft. Dieses neue digitale Grenzmanagementsystem markiert das Ende der traditionellen Passstempel und ersetzt diese durch eine obligatorische biometrische Registrierung für alle Nicht-EU-Bürger, die in den Schengen-Raum ein- oder ausreisen.
Für Geschäftsreisende aus Drittstaaten, wie beispielsweise den USA oder Großbritannien, bedeutet dies eine fundamentale Umstellung der bisherigen Einreiseprozesse.
Bei der ersten Einreise unter dem neuen System müssen Reisende ein digitales Gesichtsbild sowie vier Fingerabdrücke abgeben. Diese biometrischen Daten werden zusammen mit den Passinformationen und den genauen Ein- und Ausreisedaten für drei Jahre in einer zentralen Datenbank gespeichert. Obwohl Folgeeinreisen durch automatisierte e-Gates beschleunigt werden sollen, warnen Flughafenbetreiber und Grenzschutzbehörden vor erheblichen Verzögerungen in der Anfangsphase. Der finnische Grenzschutz schätzt beispielsweise, dass die Erstregistrierung bis zu vier Minuten pro Passagier in Anspruch nehmen kann – ein Vielfaches der bisherigen Bearbeitungszeit.
Für Travel Manager und Corporate Mobility Teams ergeben sich daraus unmittelbare Handlungsbedarfe. Die strikte 90/180-Tage-Regelung für Kurzaufenthalte im Schengen-Raum wird nun in Echtzeit und fehlerfrei überwacht. Versehentliche Überschreitungen der Aufenthaltsdauer, die in der Vergangenheit durch unübersichtliche Passstempel oft unentdeckt blieben, werden künftig automatisch vom System erfasst und können zu empfindlichen Geldstrafen oder gar Einreisesperren führen. Unternehmen sind daher gefordert, die Reisetage ihrer Mitarbeiter präzise zu tracken.
Zudem müssen Reiserichtlinien dringend angepasst werden. Es wird empfohlen, bei Umsteigeverbindungen an europäischen Drehkreuzen deutlich längere Transferzeiten einzuplanen – Experten raten zu einem Puffer von mindestens 45 zusätzlichen Minuten. Auch die Aufklärung der Mitarbeiter über den Datenschutz und die sichere Speicherung ihrer biometrischen Daten gemäß der DSGVO ist ein wichtiger Schritt, um Bedenken abzubauen und einen reibungslosen Ablauf der Geschäftsreisen zu gewährleisten.
Quelle: European Business Magazine / V
Link:

