Duty of Care in der Reisebranche: Mehr als nur eine gesetzliche Verpflichtung

Duty of Care in der Reisebranche: Mehr als nur eine gesetzliche Verpflichtung

Die Fürsorgepflicht (Duty of Care) in der Reisebranche ist die rechtliche und moralische Verpflichtung eines Unternehmens, seine Mitarbeiter vor vorhersehbarem Schaden während geschäftlicher Reisen zu schützen. Diese Verpflichtung umfasst angemessene Maßnahmen zur Gewährleistung der physischen Sicherheit, des psychischen Wohlbefindens und der allgemeinen Sicherheit vor, während und nach jeder Reise.

Ein umfassender Leitfaden von Safe Harbors Corporate Travel Management beleuchtet die entscheidenden Aspekte dieses Konzepts.

Was Duty of Care umfasst

Die Fürsorgepflicht ist ein breites Konzept, das mehrere Schlüsselbereiche abdeckt:

  • Gesetzliche Verantwortung: Die Verpflichtung, Schaden proaktiv zu verhindern.
  • Physische Sicherheit: Sicherstellung von sicherem Transport und Unterkünften.
  • Psychische Gesundheit: Unterstützung zur Bewältigung von Reisestress.
  • Notfallmaßnahmen: Etablierung von Protokollen für globale Krisen.
  • Risikobewertung: Analyse von Destinationen, Gesundheits- und Sicherheitsrisiken.

Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass viele Unternehmen unzureichend auf die Erfüllung ihrer Fürsorgepflicht vorbereitet waren. Heute sind die Risiken vielfältiger und reichen von Naturkatastrophen bis hin zu politischer Instabilität. Dennoch haben erschreckende 22 Prozent der reisenden Mitarbeiter keine klaren Anweisungen, an wen sie sich im Notfall wenden können.

Die Synergie von Duty of Care und Travel Risk Management

Oft werden die Begriffe Duty of Care und Travel Risk Management (TRM) verwechselt. Man kann sie wie folgt unterscheiden:

  • Duty of Care ist das “Warum”: Die übergeordnete moralische und rechtliche Verpflichtung zum Schutz der Mitarbeiter.
  • Travel Risk Management ist das “Wie”: Die praktischen Prozesse und Verfahren, die zur Erfüllung dieser Verpflichtung implementiert werden.

TRM ist der Aktionsplan, der die Identifizierung und Minderung von Risiken, die Nachverfolgung von Reisenden und Notfallprotokolle umfasst. Ein effektives TRM-System orientiert sich an internationalen Standards wie der ISO 31030:2021.

Die rechtlichen und ethischen Konsequenzen

Die Vernachlässigung der Fürsorgepflicht kann schwerwiegende Folgen haben:

  • Finanzielle Strafen: Klagen und Bußgelder können existenzbedrohend sein.
  • Reputationsschaden: Nachrichten über die mangelnde Sorge für Mitarbeiter verbreiten sich schnell und schaden der Marke.
  • Produktivitätsverlust und Fluktuation: Unsichere Mitarbeiter sind weniger produktiv, und die besten Talente wechseln zu Unternehmen, die ihre Sicherheit priorisieren.

Nationale vs. Internationale Reisen

Ein gefährlicher Mythos ist, dass die Fürsorgepflicht nur für internationale Reisen gilt. Auch Inlandsreisen bergen Risiken wie regionale Unterschiede in der Verkehrssicherheit, im Zugang zu medizinischer Versorgung oder bei Naturkatastrophen. Internationale Reisen bringen zusätzliche Komplexität durch unterschiedliche lokale Gesetze, Gesundheitsrisiken und geopolitische Instabilität mit sich. Unabhängig vom Reiseziel muss die Verpflichtung zur Risikobewertung, Vorbereitung und Unterstützung konsistent sein.

Fazit: Duty of Care als strategischer Vorteil

Ein robustes Duty of Care-Programm ist eine strategische Investition. Es steigert die Moral und Bindung der Mitarbeiter, sichert die Geschäftskontinuität in Krisenzeiten und schützt die Reputation des Unternehmens. Letztendlich ist eine proaktive und umfassende Fürsorgepflicht nicht nur eine gesetzliche Notwendigkeit, sondern ein Wettbewerbsvorteil, der eine widerstandsfähige und verantwortungsbewusste Unternehmenskultur fördert.

Quelle:
Safe Harbors Corporate Travel Management

 

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