{"id":505717,"date":"2026-05-31T20:22:39","date_gmt":"2026-05-31T18:22:39","guid":{"rendered":"https:\/\/riskcompass.info\/?p=505717"},"modified":"2026-05-31T20:22:39","modified_gmt":"2026-05-31T18:22:39","slug":"die-neue-vorsicht-der-superreichen-warum-family-offices-ihre-portfolios-neu-vermessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/riskcompass.info\/?p=505717","title":{"rendered":"Die neue Vorsicht der Superreichen: Warum Family Offices ihre Portfolios neu vermessen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Welt der Family Offices galt lange als Inbegriff strategischer Kontinuit\u00e4t. Anders als viele institutionelle Investoren oder Verm\u00f6gensverwalter stehen Familienverm\u00f6gen selten unter dem Druck kurzfristiger Performancevergleiche. Anlageentscheidungen werden h\u00e4ufig \u00fcber Generationen hinweg gedacht. Gerade deshalb verdient die zentrale Erkenntnis des \u203a<a href=\"https:\/\/www.ubs.com\/global\/en\/wealthmanagement\/who-we-serve\/family-office-and-uhnw\/global-family-office-report-clients.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UBS Global Family Office Report 2026<\/a>\u2039 besondere Aufmerksamkeit: Die verm\u00f6gendsten Familien der Welt beginnen, ihre langfristigen Annahmen neu zu hinterfragen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr die Studie befragte UBS 307 Family Offices\u00b9 aus mehr als 30 L\u00e4ndern mit einem durchschnittlichen Familienverm\u00f6gen von 2,7 Milliarden US-Dollar und einem durchschnittlich verwalteten Verm\u00f6gen von 1,3 Milliarden Dollar. Das Ergebnis zeichnet das Bild einer Investorengruppe, die nicht in Panik verf\u00e4llt, aber zunehmend davon \u00fcberzeugt ist, dass die vergangenen Jahrzehnte kein verl\u00e4sslicher Kompass mehr f\u00fcr die kommenden Jahre sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 9pt; color: #000000;\"><small>\u00b9Groben Sch\u00e4tzungen zufolge gibt es weltweit zwischen rund 4.500 und 10.000 Family Offices. Die genaue Bestimmung ist schwierig, da viele Family Offices sehr diskret agieren oder als Unternehmensholdings strukturiert sind. In der DACH-Region wird von derzeit etwa 1.200 Single Family Offices ausgegangen, davon sind etwa 600 bis 700 in Deutschland ans\u00e4ssig. Andere Sch\u00e4tzungen gehen von \u00fcber 1.000 aktiven Family Offices in Deutschland aus.<\/small><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Geopolitische Spannungen, explodierende Staatsverschuldungen, die Fragmentierung der Weltwirtschaft, technologische Disruptionen und die Unsicherheit \u00fcber die k\u00fcnftige Rolle des US-Dollars f\u00fchren nicht zu hektischen Umschichtungen. Vielmehr entsteht eine neue Form strategischer Vorsicht. Family Offices bereiten sich auf eine Welt vor, in der Risiken nicht mehr als vor\u00fcbergehende St\u00f6rungen betrachtet werden, sondern als dauerhafte Rahmenbedingungen.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Resilienz ersetzt Renditeoptimierung als Leitmotiv<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der vielleicht wichtigste Befund der Untersuchung lautet, dass Family Offices ihre Portfolios zunehmend auf Resilienz statt auf maximale Rendite optimieren. Die Sorge vor einem gr\u00f6\u00dferen geopolitischen Konflikt ist sowohl auf Sicht der kommenden zw\u00f6lf Monate als auch der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre das dominierende Risiko. 64 Prozent der Befragten sehen darin kurzfristig die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung, langfristig sind es immer noch 61 Prozent.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Bemerkenswert ist jedoch, dass die langfristigen Sorgen noch st\u00e4rker zunehmen. W\u00e4hrend Handelskonflikte und Zollstreitigkeiten perspektivisch als etwas weniger bedrohlich eingesch\u00e4tzt werden, steigt die Sorge vor einer globalen Schuldenkrise deutlich an. Mehr als die H\u00e4lfte der Family Offices betrachtet die weltweite Verschuldung mittlerweile als eines der gr\u00f6\u00dften Risiken der kommenden Jahre. Auch die Wahrscheinlichkeit einer globalen Rezession wird langfristig wesentlich h\u00f6her eingesch\u00e4tzt als kurzfristig.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Darin spiegelt sich ein fundamentaler Perspektivwechsel. Viele Familienverm\u00f6gen gehen offenbar davon aus, dass die Welt in eine Phase struktureller Instabilit\u00e4t eintritt. Die Risiken sind nicht mehr isoliert, sondern miteinander verkn\u00fcpft. Geopolitische Konflikte k\u00f6nnen Lieferketten beeintr\u00e4chtigen, Staatsfinanzen belasten, Inflation erzeugen und W\u00e4hrungsrisiken verst\u00e4rken. Entsprechend ver\u00e4ndert sich auch die Architektur der Verm\u00f6gensallokation (strategische Aufteilung).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Antwort lautet Diversifikation \u2013 allerdings nicht im klassischen Sinne einer blo\u00dfen Verteilung auf verschiedene Anlageklassen. Diversifikation wird zunehmend geografisch, institutionell und w\u00e4hrungsseitig verstanden. Bereits 88 Prozent der Family Offices halten heute bankf\u00e4hige Verm\u00f6genswerte in mindestens zwei Jurisdiktionen. Viele verfolgen sogenannte \u00bbMultishoring-Strategien\u00ab, um regulatorische und politische Risiken einzelner Standorte zu reduzieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Entwicklung zeigt, dass Verm\u00f6genserhalt heute weit \u00fcber die Frage hinausgeht, welche Aktien oder Fonds gekauft werden. F\u00fcr viele Familien wird die rechtliche und geografische Strukturierung des Verm\u00f6gens selbst zu einem zentralen Risikomanagementinstrument.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Die gr\u00f6\u00dfte Umschichtung seit Beginn der Studie<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Besonders auff\u00e4llig ist die Bereitschaft, strategische Allokationen zu ver\u00e4ndern. 60 Prozent der befragten Family Offices planen Anpassungen ihrer langfristigen Verm\u00f6gensaufteilung innerhalb der kommenden zw\u00f6lf Monate. Einen h\u00f6heren Wert hat UBS in keiner der bisherigen Studien gemessen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Das bedeutet allerdings keineswegs eine Revolution der Portfolios. Vielmehr handelt es sich um gezielte Anpassungen bestehender Strukturen. Die Grundarchitektur bleibt erhalten, doch die Gewichte verschieben sich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Entwickelte Aktienm\u00e4rkte bleiben mit Abstand die wichtigste Anlageklasse. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft, Engagements in Schwellenl\u00e4ndern auszubauen. Infrastruktur gewinnt an Attraktivit\u00e4t, w\u00e4hrend Immobilien erstmals deutlicher an Gewicht verlieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Besonders interessant ist der Blick auf die alternativen Anlagen. Obwohl Private Markets weiterhin einen hohen Stellenwert besitzen, wird ihre Rolle differenzierter betrachtet. Private Equity bleibt bedeutend, doch die Euphorie fr\u00fcherer Jahre ist einer n\u00fcchternen Bewertung gewichen. Liquidit\u00e4tsrisiken, Bewertungsunsicherheiten und Konzentrationsrisiken r\u00fccken st\u00e4rker in den Fokus.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Immobilien, traditionell eine Kernanlage vieler Unternehmerfamilien, verlieren an Bedeutung. Der durchschnittliche Anteil soll bei den umschichtenden Family Offices von elf auf acht Prozent sinken. Steigende Finanzierungskosten, strukturelle Ver\u00e4nderungen im B\u00fcrosegment und ver\u00e4nderte Renditeerwartungen d\u00fcrften hierbei eine wichtige Rolle spielen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Gleichzeitig erlebt Gold eine bemerkenswerte Renaissance. Zwar bleibt die Edelmetallquote insgesamt klein, doch zahlreiche Family Offices planen Aufstockungen. Gold wird dabei weniger als Spekulationsobjekt betrachtet, sondern als strategische Versicherung gegen geopolitische Risiken, W\u00e4hrungsunsicherheiten und eine m\u00f6gliche Erosion des Vertrauens in staatliche Schuldtitel.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Der schleichende Abschied vom Dollar-Monopol<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Kaum ein Thema zieht sich so konsequent durch den gesamten Report wie die Neubewertung des US-Dollars.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die amerikanische W\u00e4hrung bleibt zwar das Fundament des globalen Finanzsystems. Doch erstmals zeigt sich unter den weltweit verm\u00f6gendsten Familien ein sp\u00fcrbarer Vertrauensverlust. Rund 65 Prozent der Befragten erwarten, dass das Vertrauen in die Rolle des Dollars als globale Reservew\u00e4hrung innerhalb der kommenden zw\u00f6lf Monate sinken wird. Nur sechs Prozent rechnen mit einer St\u00e4rkung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Noch aufschlussreicher ist die Wahrnehmung der eigenen Portfolios. Fast die H\u00e4lfte aller Family Offices bezeichnet sich selbst als \u00fcberm\u00e4\u00dfig im Dollar engagiert. Keine andere gro\u00dfe W\u00e4hrung weist eine vergleichbare Einsch\u00e4tzung auf.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Konsequenzen werden bereits sichtbar. Rund 29 Prozent der Befragten haben ihre Dollar-Exponierung reduziert oder erw\u00e4gen entsprechende Schritte. 30 Prozent bauen ihre Diversifikation \u00fcber mehrere W\u00e4hrungen aus. Ein F\u00fcnftel h\u00e4lt Liquidit\u00e4tsreserven bewusst in verschiedenen W\u00e4hrungsr\u00e4umen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Besonders profitieren der Schweizer Franken und der Euro. Beide werden als bevorzugte Alternativen genannt, wenn es um die Reduzierung von Dollar-Risiken geht. Dahinter folgen Yen und Pfund Sterling.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wichtig ist jedoch, dass es sich nicht um eine Abkehr von den USA handelt. Vielmehr wollen Family Offices die Risiken reduzieren, die aus einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Konzentration entstehen. Der Dollar verliert nicht seine zentrale Rolle, aber seine Alleinstellung.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Amerika bleibt dominant \u2013 doch die Suche nach Alternativen beginnt<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Trotz aller Diskussionen \u00fcber Diversifikation bleibt Nordamerika das Schwergewicht in den Portfolios der Superreichen. Mehr als die H\u00e4lfte aller Verm\u00f6genswerte ist weiterhin dort investiert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Attraktivit\u00e4t der amerikanischen Kapitalm\u00e4rkte bleibt unbestritten. Gr\u00f6\u00dfe, Liquidit\u00e4t, Innovationskraft und die Dominanz vieler globaler Technologiekonzerne sorgen daf\u00fcr, dass die USA weiterhin als unverzichtbarer Kernbaustein globaler Portfolios gelten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dennoch zeigt sich ein bemerkenswerter Trend. Vor allem europ\u00e4ische und asiatische Family Offices suchen nach einer ausgewogeneren regionalen Verteilung. Westeuropa und die asiatisch-pazifische Region gewinnen an Bedeutung. Auch \u00bbGreater China\u00b2\u00ab wird trotz aller geopolitischen Spannungen nicht abgeschrieben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 9pt; color: #000000;\"><small>\u00b2Geopolitischer und wirtschaftlicher Sammelbegriff, der einen zusammenh\u00e4ngenden Wirtschafts- und Kulturraum beschreibt, der \u00fcber die eigentliche Volksrepublik China hinausgeht und typischerweise das chinesische Festland, Hongkong, Macau sowie Taiwan umfasst.<\/small><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Entwicklung ist regional sehr unterschiedlich. Amerikanische Family Offices verst\u00e4rken sogar ihren Heimatfokus und investieren mittlerweile nahezu ausschlie\u00dflich in Nordamerika. Europ\u00e4ische und asiatische Familien verfolgen hingegen den entgegengesetzten Weg und reduzieren ihre Konzentration auf einzelne Regionen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Unterschiede zeigen, dass Diversifikation stets vom Ausgangspunkt abh\u00e4ngt. Wer bereits stark in den USA investiert ist, sucht Alternativen. Wer in den USA zu Hause ist, sieht dort weiterhin die attraktivsten Chancen.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">KI bleibt das beherrschende Investmentthema<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend geopolitische Risiken die Defensivseite der Portfolios pr\u00e4gen, bestimmt k\u00fcnstliche Intelligenz die Wachstumsseite.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Kein anderes Anlagethema erreicht auch nur ann\u00e4hernd die Bedeutung von KI. Bereits 65 Prozent der Family Offices sind investiert. Weitere sieben Prozent planen einen Einstieg innerhalb der kommenden zw\u00f6lf Monate.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Bemerkenswert ist, dass diese Begeisterung trotz erheblicher Bewertungsbedenken anh\u00e4lt. Viele Befragte halten Teile des KI-Sektors f\u00fcr \u00fcberhitzt. Dennoch plant die \u00fcberwiegende Mehrheit, bestehende Engagements beizubehalten oder sogar auszubauen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dahinter steht eine Mischung aus langfristiger \u00dcberzeugung und der Angst, eine historische Entwicklung zu verpassen. Die k\u00fcnstliche Intelligenz wird von vielen Investoren nicht als gew\u00f6hnlicher Technologiesektor betrachtet, sondern als \u00bbGeneral-Purpose-Technologie\u00b3\u00ab (GPT) mit potenziell \u00e4hnlicher Bedeutung wie Elektrifizierung oder Internet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 9pt; color: #000000;\"><small>\u00b3Basisinnovation, d.h. fundamentale Innovation, die so weitreichend ist, dass sie die gesamte Wirtschaft transformiert.<\/small><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dabei investieren Family Offices nicht nur in die offensichtlichen Gewinner. Das Kapital verteilt sich entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette. Rechenzentren, Halbleiterhersteller, Softwareplattformen und KI-Infrastruktur stehen ganz oben auf der Liste.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Parallel dazu entstehen Sekund\u00e4rthemen. Infrastrukturinvestitionen profitieren von den enormen Energie- und Rechenleistungsanforderungen moderner KI-Systeme. Elektrifizierung, Energieversorgung und spezialisierte Gesundheitsanwendungen mit KI-Komponenten ziehen ebenfalls verst\u00e4rkt Kapital an.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Auff\u00e4llig ist zudem die geografische Streuung. Vor allem asiatische Family Offices investieren bewusst sowohl in amerikanische als auch in chinesische KI-\u00d6kosysteme. Die geopolitische Rivalit\u00e4t wird damit nicht als Hindernis, sondern als zus\u00e4tzlicher Treiber betrachtet.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Krypto bleibt Nische, wird aber salonf\u00e4hig<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Deutlich n\u00fcchterner f\u00e4llt die Einsch\u00e4tzung digitaler Verm\u00f6genswerte aus: Nur 24 Prozent der Family Offices besitzen \u00fcberhaupt Krypto-Engagements. Die meisten Allokationen bewegen sich um ein Prozent des Gesamtverm\u00f6gens. Gro\u00dfe Wetten auf Bitcoin oder andere digitale Assets bleiben die Ausnahme.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dennoch hat sich die Wahrnehmung ver\u00e4ndert. Unter den investierten Family Offices betrachten mittlerweile 44 Prozent Kryptow\u00e4hrungen als Bestandteil ihrer strategischen \u203aAsset Allocation\u2039. Damit verlassen digitale Verm\u00f6genswerte langsam die Rolle eines rein spekulativen Satelliteninvestments.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Charakteristisch ist die institutionelle Herangehensweise. Verwahrung und Administration erfolgen \u00fcberwiegend \u00fcber Banken, Prime Broker oder spezialisierte Dienstleister. Selbstverwahrung spielt kaum eine Rolle. Governance und Risikomanagement stehen klar im Vordergrund.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-505734\" src=\"http:\/\/riskcompass.info\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/UBS_Family_Office_Report_2026_Infografik.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/riskcompass.info\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/UBS_Family_Office_Report_2026_Infografik.png 800w, https:\/\/riskcompass.info\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/UBS_Family_Office_Report_2026_Infografik-300x188.png 300w, https:\/\/riskcompass.info\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/UBS_Family_Office_Report_2026_Infografik-768x480.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 9pt; color: #000000;\"><small>\u00a9 Karte: RiskCompass \u203aStrategic Horizon Report\u2039\/KI.<\/small><\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Professionalisierung mit blinden Flecken<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Neben den Kapitalm\u00e4rkten untersucht die Studie auch die organisatorische Entwicklung der Family Offices. Hier zeigt sich ein gemischtes Bild.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Positiv ist die zunehmende Professionalisierung. Die Mehrheit verf\u00fcgt \u00fcber Investmentkomitees, strukturierte Budgetierungsprozesse und formalisierte Performance-Messungen. Governance-Strukturen sind heute deutlich weiter entwickelt als noch vor wenigen Jahren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Gleichzeitig bleiben erhebliche L\u00fccken bestehen. Nur rund ein Drittel der Family Offices verf\u00fcgt \u00fcber einen Nachfolgeplan f\u00fcr das Family Office selbst. Noch weniger haben strukturierte Programme zur Vorbereitung der n\u00e4chsten Generation etabliert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Diskrepanz wirkt paradox. W\u00e4hrend die Verm\u00f6gensnachfolge als Thema zunehmend Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, fehlt h\u00e4ufig die organisatorische Vorbereitung auf genau diesen \u00dcbergang.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bleibt die Familie selbst<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Am Ende verweist der Bericht auf einen Aspekt, der weit \u00fcber Kapitalm\u00e4rkte hinausreicht. In den kommenden zwei Jahrzehnten steht die gr\u00f6\u00dfte Verm\u00f6gens\u00fcbertragung der modernen Geschichte bevor. UBS spricht von einem globalen Wealth Transfer in H\u00f6he von rund 83 Billionen US-Dollar.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Viele Family Offices erkennen die Bedeutung dieses Prozesses inzwischen an. Mehr als die H\u00e4lfte verf\u00fcgt \u00fcber Nachfolgepl\u00e4ne f\u00fcr Familienmitglieder. Doch die aktive Einbindung der n\u00e4chsten Generation bleibt begrenzt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zwar gilt das Alter zwischen 30 und 39 Jahren allgemein als der richtige Zeitpunkt f\u00fcr eine st\u00e4rkere Beteiligung an Family-Office-Entscheidungen. Dennoch bleibt ein erheblicher Teil der potenziellen Nachfolger trotz ausreichenden Alters au\u00dfen vor.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Hauptgr\u00fcnde nennen die Befragten Defizite in der finanziellen und Governance-bezogenen Ausbildung sowie die Zur\u00fcckhaltung der \u00e4lteren Generation, Verantwortung abzugeben. Nur 27 Prozent verf\u00fcgen \u00fcber strukturierte Programme, um Nachfolger systematisch vorzubereiten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Gerade hierin liegt m\u00f6glicherweise das eigentliche Risiko der kommenden Jahre. Geopolitische Konflikte, W\u00e4hrungsturbulenzen oder Marktkrisen lassen sich durch Diversifikation und Kapitalallokation adressieren. Fehlende Nachfolgeplanung dagegen kann selbst hervorragend strukturierte Verm\u00f6gen destabilisieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der UBS Global Family Office Report 2026 zeichnet deshalb letztlich kein Bild von Angst oder R\u00fcckzug. Vielmehr zeigt er eine Elite von Investoren, die ihre bisherigen Gewissheiten \u00fcberpr\u00fcft und sich auf eine Welt vorbereitet, in der Unsicherheit zum Dauerzustand geworden ist. Die Antwort darauf lautet nicht Radikalit\u00e4t, sondern Anpassungsf\u00e4higkeit. Resilienz wird zur neuen Leitw\u00e4hrung des globalen Familienverm\u00f6gens \u2013 und genau darin liegt die vielleicht wichtigste Botschaft dieser Studie.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 9pt; color: #000000;\"><small>\u00a9 RiskCompass \u203aStrategic Horizon Report\u2039. Foto: Pixabay. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterst\u00fctzend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.<\/small><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Welt der Family Offices galt lange als Inbegriff strategischer Kontinuit\u00e4t. Anders als viele institutionelle Investoren oder Verm\u00f6gensverwalter stehen Familienverm\u00f6gen selten unter dem Druck kurzfristiger Performancevergleiche. Anlageentscheidungen werden h\u00e4ufig \u00fcber Generationen hinweg gedacht. 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