{"id":441615,"date":"2025-05-19T01:47:54","date_gmt":"2025-05-18T23:47:54","guid":{"rendered":"https:\/\/riskcompass.info\/?p=441615"},"modified":"2026-05-15T13:14:37","modified_gmt":"2026-05-15T11:14:37","slug":"prof-betz-die-zukunft-des-krieges-ist-der-buergerkrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/riskcompass.info\/?p=441615","title":{"rendered":"Prof. Betz: Die Zukunft des Krieges ist der B\u00fcrgerkrieg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die reale Gefahr eines Abgleitens bestimmter westeurop\u00e4ischer Regionen, St\u00e4dte oder Stadtviertel in einen inneren Konflikt, der bis zum B\u00fcrgerkrieg f\u00fchren k\u00f6nnte, beunruhigt nicht nur akademische Zirkel und sicherheitspolitische Think Tanks, sondern inzwischen auch die \u00f6ffentliche Debatte. Wissenschaftler wie <a href=\"https:\/\/www.kcl.ac.uk\/people\/professor-david-j-betz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">David J. Betz<\/a> und <a href=\"https:\/\/dailysceptic.org\/2025\/09\/03\/britains-descent-towards-civil-war-is-no-accident\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Michael Rainsborough<\/a> sowie der pensionierte Oberst der britischen Armee, <a href=\"https:\/\/richard-kemp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Richard Kemp<\/a>, beschreiben die gegenw\u00e4rtige Entwicklung zu einer \u00bbBalkanisierung\u00ab oder \u00bbUlsterisierung\u00ab (mit Bezug auf den Nordirlandkonflikt) des Alltags. Richard Kemp warnt in diesem Zusammenhang explizit vor der \u00bb<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kQnEEPpPLgA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Islamisierun<\/a><\/span><span style=\"color: #000000;\">g\u00ab. Er weist darauf hin, dass in absehbarer Zeit zahlreiche Gro\u00dfst\u00e4dte, Regionen oder Stadtviertel muslimische Mehrheiten haben k\u00f6nnten, ohne dass eine soziale Integration stattfinde oder stattgefunden habe. Dies schaffe ein explosives Gemisch aus kulturellen Spannungen und wirtschaftlichem Abstieg. Ein m\u00f6glicher B\u00fcrgerkrieg dieser Art werde haupts\u00e4chlich in st\u00e4dtischen Ballungsr\u00e4umen ausgetragen. Dazu verwendet David Betz ein Modell, das auf dem \u203a<\/span><a href=\"https:\/\/digital-commons.usnwc.edu\/nwc-review\/vol56\/iss4\/8\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Feral Cities<\/a><span style=\"color: #000000;\">\u2039-Konzept aufbaut, dem Konzept der \u203averwilderten Stadt\u2039 oder der \u203aStadt als Urwald\u2039. Das Konzept wurde erstmals 2003 vom Historiker und Marineoffizier <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/richard-norton-31b87612\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Richard J. Norton<\/a><span style=\"color: #000000;\"> in einem Aufsatz f\u00fcr die \u203a<\/span><a href=\"https:\/\/digital-commons.usnwc.edu\/nwc-review\/vol56\/iss4\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Naval War College Review<\/a><span style=\"color: #000000;\">\u2039 beschrieben. Das Modell skizziert St\u00e4dte oder Stadtteile, die ihre zivilisatorische Ordnung verloren haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der am renommierten Londoner King\u2019s College im \u00bbDepartment of War Studies\u00ab t\u00e4tige britische Professor kanadischer Herkunft,<\/span> David J. Betz, <span style=\"color: #000000;\">kommt jedenfalls im Rahmen seiner Forschung zum Ergebnis, dass die Zukunft des Krieges (im Westen) der <a href=\"https:\/\/www.militarystrategymagazine.com\/article\/civil-war-comes-to-the-west\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00fcrgerkrieg<\/a> sein wird. Grundlagen seiner Prognosen sind einerseits die intensive, rund zehnj\u00e4hrige Untersuchung der dunklen Ecken des Internets, bei der er registrierte, was angehende Revolution\u00e4re, Neo-Anarchisten und M\u00f6chtegern-Milizen denken und reden. Andererseits sieht er die Unvermeidlichkeit eines offenen, aktiven und gro\u00df angelegten B\u00fcrgerkriegs in Nordamerika und in Westeuropa im Versagen der derzeitigen gesellschaftlichen Strukturen, das sich immer weiter beschleunigt. Die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung der Sicherheit und des Wohlstands im Westen geht laut Betz heute von seiner eigenen sozialen Instabilit\u00e4t, seinem strukturellen und wirtschaftlichen Niedergang, seiner kulturellen Verk\u00fcmmerung und vom Kleinmut sowie der <a href=\"https:\/\/www.decolonialisme.fr\/de\/Warum-Intellektuelle-sich-in-Samuel-Fitoussis-Werk-%E2%80%9EDie-guten-Bl%C3%A4tter%E2%80%9C-irren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Inkompetenz<\/a> der herrschenden Bildungs-, Medien-, Wirtschafts- und Politklassen aus.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz erwartet \u00bbersch\u00fctternde gesellschaftliche Spaltungen entlang der Sollbruchstellen des Multikulturalismus\u00ab wie auch entlang der Kl\u00fcfte eines neuartigen Klassenkampfes. Dieser Klassenkampf, der etwas metaphorisch als \u00bbKulturkampf\u00ab bezeichnet werde, nehme hinsichtlich des Ausma\u00dfes der gegenseitigen D\u00e4monisierung und Abneigung zunehmend den Charakter eines tats\u00e4chlichen Krieges an. Dar\u00fcber hinaus sieht er eine ausgepr\u00e4gte l\u00e4ndliche versus st\u00e4dtische Dimension, insbesondere Angriffe auf die Infrastruktur sowie eine R\u00fcckkehr zum \u00bbSchock des Alten\u00ab \u2013 d.h. R\u00fcckfallmutationen zu brutalen Taktiken, insbesondere den Einsatz von Hungersn\u00f6ten und der Zerst\u00f6rung von Unterk\u00fcnften als Zwangsmittel. Im Mittelpunkt eines wahrscheinlich kommenden B\u00fcrgerkriegs stehe die Zerst\u00f6rung \u00bbglobaler\u00ab St\u00e4dte durch Ausnutzung ihrer inh\u00e4renten Instabilit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz erhofft sich keine Chance mehr, die bevorstehenden B\u00fcrgerkriege noch zu verhindern. Als bedauerliche Realit\u00e4t m\u00fcsse zur Kenntnis genommen werden, dass die Gesellschaft den Punkt, an dem es noch eine Umkehr gegeben h\u00e4tte, bereits \u00fcberschritten habe (Point of No Return). \u00bb<em>Das Beste, was wir hoffen k\u00f6nnen, ist, dass wir, ausgestattet mit der folgenden Vorwarnung, erkennen, was weshalb geschieht, und wie vielleicht die Zeit des gesellschaftlichen Schmerzes abgemildert und verk\u00fcrzt werden kann<\/em>.\u00ab<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ausgangspunkt seiner Prognose ist die Binsenweisheit, dass mit zunehmender gesellschaftlicher Komplexit\u00e4t die Entropie zunimmt, je weiter wir uns entlang der Zeitachse vorw\u00e4rtsbewegen.<\/span><\/p>\n<blockquote>\n<h6 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Anmerkungen zur Entropie<\/span><\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der aus dem Altgriechischen stammende Begriff Entropie (altgriechisch: \u1f10\u03bd\u03c4\u03c1\u03bf\u03c0\u03af\u03b1) bedeutet so viel wie Umwandlung. Entropie beschreibt sowohl eine physikalische Zustandsgr\u00f6\u00dfe als auch ein Ma\u00df aus der Informationstheorie (hier wird Entropiezunahme als Informationsverlust verstanden). Ausgehend vom zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und verwandten Erkenntnissen, beschreibt Entropie in Bezug auf politische und gesellschaftliche Strukturen entweder \u2013 bildlich \u2013 ein Ma\u03b2 f\u00fcr \u00bbsoziale Unordnung\u00ab oder einen von Informations- und Wahrscheinlichkeitstheorien abgeleiteten Indikator f\u00fcr verf\u00fcgbare oder nicht verf\u00fcgbare Information bzw. eine Funktion von Wissen und Unwissen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">So geht der Soziologe Manfred W\u00f6hlcke\u00b9 davon aus, dass in sozialen Systemen bestimmte Kr\u00e4fte wirksam sind: die Tendenz zur \u203aSyntropie\u2039 (begrifflicher Gegensatz zu Entropie), manchmal auch als \u203aNegentropie\u2039 bezeichnet, zur Aufrechterhaltung von Ordnung, zum Aufbau von Organisationsstrukturen, und die Tendenz zur Entropie, zur Unordnung, zum Verfall. Soziale Entropie wird in der bislang komplexesten Gesellschaftsform, der wissenschaftlich-technischen Zivilisation, am deutlichsten sicht-bar, weil hier das erforderliche Ma\u00df an syntropischen Gegenkr\u00e4ften nicht mehr erreicht werden kann. Die Folge ist die soziokulturelle Desintegration, der Zerfall. Zerfallserscheinungen sind etwa \u00dcberv\u00f6lkerung, Fl\u00fcchtlings- und Einwanderungsstr\u00f6me, \u203aMerkel-Poller\u2039 (im Boden befestigte Pfosten) in Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen und auf Weihnachtsm\u00e4rkten, Zweiklassenjustiz, Melde- und Hinweisstellen zur Denunziation missliebiger Mitb\u00fcrger, Rauschmittelfreigabe, Sch\u00fcler, die Lehrer verpr\u00fcgeln, Verwahrlosung des \u00f6ffentlichen Raums, durch Graffiti massenhaft verschandelte H\u00e4userw\u00e4nde, Denkm\u00e4ler oder S- und U-Bahn-Waggons, antiautorit\u00e4re Erziehung, <a href=\"https:\/\/www.rtl.de\/video\/drag-show-fuer-babys-eltern-sind-entsetzt-ueber-auffuehrung-64024c859f62b09e1909f212.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Poledance-Shows<\/a> von Dragqueens in Kinderg\u00e4rten usw.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Durch eine solche Gesellschaft vagabundieren gesellschaftliche Teilmengen (und Ma\u00dfnahmen), die entweder hochentropisch oder aber auch hochsyntropisch sind. Sekten und Terrorgruppen (oder auch die Mafia) zeichnen sich durch ein H\u00f6chstma\u00df an Binnenordnung aus, sind also nach innen hochsyntropisch, leisten aber gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zur \u203aEntropierung\u2039 der Gesamtgesellschaft. Hochentropisch sind auch multiethnische oder aber auch \u00fcberalternde Gesellschaften. Multikulturelle, d.h. multiethnische Gesellschaften sind fragmentierte Gesellschaften h\u00f6chster Entropie und geringster gemeinsamer Identit\u00e4t und Koh\u00e4renz. Der Verlust an Identit\u00e4t wird von au\u00dfen (und innen) mittels Infiltration fremder Identit\u00e4ten nicht gebremst, sondern weiter beschleunigt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der (vergebliche) Versuch Entropie zu senken verursacht immer Kosten. Insbesondere solche, die nicht in Geld messbar sind, also Opportunit\u00e4tskosten. Die erw\u00fcnschte Ordnung kommt nicht von allein zustande, denn sie ist m\u00fchsame und energieaufw\u00e4ndige Entropieverringerung. Es m\u00fcssen also Arbeit und Kosten, nicht nur in Form von Geld, aufgebracht werden, um (wieder) Ordnung zu schaffen. Wobei die \u203aEntropierung\u2039 nie angehalten, sondern allenfalls verlangsamt werden kann. Und auch dies ist zweifelhaft. Der Kulminationspunkt gesellschaftlicher Entropie ist der B\u00fcrgerkrieg.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 8pt; color: #000000;\"><small>\u00b9Manfred W\u00f6hlcke, Das Ende der Zivilisation. \u00dcber soziale Entropie und kollektive Selbstzerst\u00f6rung, <\/small><\/span><small><\/small><span style=\"font-size: 8pt;\"><small><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Das-Ende-Zivilisation-kollektive-Selbstzerst\u00f6rung\/dp\/3423340541\">dtv<\/a><\/small><\/span><span style=\"font-size: 8pt; color: #000000;\"><small>, M\u00fcnchen 2003<\/small><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz verweist seinerseits darauf, dass au\u00dfer ihm auch andere Wissenschaftler und Experten die Lebensverh\u00e4ltnisse in mehreren gro\u00dfen westlichen Staaten bereits inmitten eines B\u00fcrgerkriegs niedrigen Grades, d.h. eines <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/ausblicke-auf-den-buergerkrieg-a-7ec30bfb-0002-0001-0000-000013683377\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">molekularen B\u00fcrgerkriegs<\/a>, angekommen sehen. In Frankreich unterzeichneten im Jahr 2021 deshalb tausend Angeh\u00f6rige der Streitkr\u00e4fte, darunter 20 pensionierte Gener\u00e4le, einen<\/span> <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-europe-56899765\">offenen Brief<\/a>, <span style=\"color: #000000;\">in dem sie vor einem drohenden B\u00fcrgerkrieg warnten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zur Untermauerung seiner Thesen schl\u00e4gt Betz zun\u00e4chst in der Literatur zu B\u00fcrgerkriegen nach. Demnach herrsche Einigkeit in zwei Punkten: Erstens seien B\u00fcrgerkriege kein Problem f\u00fcr reiche Staaten, und zweitens seien L\u00e4nder mit einer stabilen, vom Volk legitimierten Regierung weitgehend frei von diesem Ph\u00e4nomen. Demokratien, die als legitim wahrgenommen werden, seien ebenso stabil wie starke Autokratien. Im ersten Fall wegen des Vertrauens in ein gerechtes politisches System; im zweiten Fall wegen des Repressionsapparats, der Oppositionelle identifiziert und \u00bbeinhegt\u00ab oder bestraft, bevor sie Wirkung entfalten (aktuelle Beispiele sind Saudi-Arabien, Singapur, T\u00fcrkei, VAE).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein wesentlicher Treiber in Richtung B\u00fcrgerkrieg ist die \u2013 insbesondere ethnische \u2013 Fragmentierung einer Gesellschaft. Bereits 1991 bezichtigte der US-amerikanische Historiker und Pr\u00e4sidentenberater Arthur M. Schlesinger in seinem Buch \u00bb<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Disuniting-America-Reflections-Multicultural-Society\/dp\/0393318540\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Disuniting of America: Reflections on a Multicultural Society<\/a>\u00ab den \u00bbKult der Ethnizit\u00e4t\u00ab, die Einheit der US-amerikanischen Gesellschaft zunehmend zu untergraben. Betz unterstreicht, dass vollkommen heterogene Gesellschaften nicht anf\u00e4lliger f\u00fcr B\u00fcrgerkriege seien als sehr homogene. Die Tendenz, Gesellschaften in eine un\u00fcberschaubare Zahl kleiner und kleinerer Minderheiten zu zerspalten, folge dem Prinzip \u00bbteile und herrsche\u00ab als einem wirksamen Kontrollmechanismus zur Steuerung einer Bev\u00f6lkerung und zur Herrschaftssicherung. Auch solche Gesellschaften, in denen sich etwa gleichstarke Minderheiten gegenseitig misstrauen und zugleich in Schach halten, ist die Gefahr eines B\u00fcrgerkriegsausbruchs gering. Am meisten gef\u00e4hrdet und am instabilsten gelten indessen \u00bbm\u00e4\u00dfig homogene\u00ab Gesellschaften, insbesondere dann, wenn eine nominelle Mehrheit oder eine bedeutende Minderheit einer dominanten Gruppe eine \u00c4nderung ihres Status erf\u00e4hrt, der mit einem Einfluss- und Mitgestaltungsverlust einhergeht oder als politische Niederlage empfunden wird. Wenn sie also nicht mehr dar\u00fcber entscheiden kann, welche Sprache gesprochen wird, welche Gesetze durchgesetzt werden, welche Traditionen verehrt werden. Wenn sie andererseits aber \u00fcber die Mittel verf\u00fcgt, auf eigene Faust zu revoltieren, dann sei es nicht mehr weit zur Insurrektion.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zum Ph\u00e4nomen des gesellschaftlichen Stabilit\u00e4tsankers \u00bbVertrauen\u00ab hat u.a. der Politikwissenschaftler und ehemalige Professor an der Harvard Kennedy School, <a href=\"https:\/\/www.hks.harvard.edu\/faculty\/robert-d-putnam\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Robert David Putnam<\/a>, geforscht. Er gilt als einer der einflussreichsten Soziologen der Gegenwart. Im Rahmen seiner<\/span> <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/schildkroetenmentalitaet-und-ethnische-diversitaet-100.html\">Untersuchungen<\/a> <span style=\"color: #000000;\">kommt er zum Schluss, dass es einen Zusammenhang zwischen Vielfalt einer Gesellschaft und Misstrauen unter deren Mitgliedern gibt: Je diverser die Gruppe, desto weniger vertrauen sich deren Mitglieder untereinander. Dies gelte in Los Angeles, eine der St\u00e4dte mit dem gr\u00f6\u00dften Bev\u00f6lkerungs-Mix weltweit, genauso wie im l\u00e4ndlichen Kansas. In sehr diversen Gemeinschaften, so die Analyse Putnams, trauen die Menschen sogar denen nicht mehr, die so sind wie sie selbst. Seine Ergebnisse w\u00fcrden sich unabh\u00e4ngig vom Standort best\u00e4tigen, sagte er: Je gemischter die Gesellschaft, desto misstrauischer w\u00fcrden die Leute. Sie z\u00f6gen sich ins Private zur\u00fcck, vor allem vor den Fernseher und ins Internet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zwar verwies Putnam in Interviews auf den Nutzen der Einwanderung f\u00fcr moderne Gesellschaften, da sie Kreativit\u00e4t und Energie freisetzen k\u00f6nnten. Als Beispiel nannte er in diesem Zusammenhang den \u00fcberproportional hohen Anteil von Einwanderern unter den US-amerikanischen Nobelpreistr\u00e4gern. Erfolgreiche Einwanderungsgesellschaften \u00fcberw\u00e4nden Putnam zufolge diese schwierige Anfangsphase auf l\u00e4ngere Sicht und bildeten eine neue nationale oder kommunale Identit\u00e4t jenseits ethnischer Grenzen aus. Indessen ist die europ\u00e4ische Einwanderung in einen leeren Kontinent ohne Sozialsystem Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mit der muslimischen Besiedlung europ\u00e4ischer Wohlfahrtsstaaten mit hoher Bev\u00f6lkerungsdichte und einer mehr als zweitausend Jahre alten gewachsenen Tradition<\/span> <a href=\"https:\/\/www.message-online.com\/archiv\/message-1-2007\/leseproben\/beinahe-schon-verbrecherisch\">vergleichbar<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dar\u00fcber hinaus werde laut Betz die \u00bbpolitische Polarisierung\u00ab durch soziale Medien und Identit\u00e4tspolitik verst\u00e4rkt. Die digitale Vernetzung tendiere dazu, dass Menschen sich st\u00e4rker und h\u00e4ufiger isoliert f\u00fchlen und sich in engeren Interessengruppen zusammenf\u00e4nden. Jede dieser Gruppen werde durch sogenannte \u00bbFilterblasen\u00ab gesch\u00fctzt, in sorgf\u00e4ltig konstruierten Membranen des ideologischen Glaubens, die durch aktive und passive Befeuerung des Medienkonsums st\u00e4ndig verst\u00e4rkt werden. Was man als \u00bb<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/biowissen\/warum-fuehren-schimpansen-blutige-kriege\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stammeskonflikte<\/a>\u00ab bezeichnen k\u00f6nnte, ist keineswegs auf die virtuellen R\u00e4ume des Internets beschr\u00e4nkt. Vielmehr manifestiert es sich auch in physischen Auseinandersetzungen in einem sich selbst verst\u00e4rkenden R\u00fcckkopplungszyklus. Aus den j\u00fcngsten Schlagzeilen lie\u00dfen sich hierf\u00fcr zahlreiche Beispiele anf\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie abgeschliffen der zivilisatorische Firnis inzwischen ist, offenbarte die einstige Sprecherin der mittlerweile aufgel\u00f6sten Weltuntergangsbewegung \u203aLetzte Generation \u00d6sterreich\u2039, Marina Hagen-Canaval, in einem Interview mit dem Nachrichtenmedium <a href=\"https:\/\/www.oe24.at\/oesterreich\/politik\/ex-klimakleberin-wuensche-nachfolger-die-alles-anzuenden\/639544238\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">oe24.at<\/a>: \u00bb<em>Ich w\u00fcnsche \u00d6sterreich eine viel schlimmere Nachfolgeorganisation, die von mir aus alles anz\u00fcndet. Ich f\u00e4nde es nur angemessen<\/em>.\u00ab<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zu diesem g\u00e4renden sozialen Mix gesellt sich schlie\u00dflich noch die wirtschaftliche Dimension, die man nur als \u00e4u\u00dferst besorgniserregend bezeichnen kann. Nach allgemeiner Einsch\u00e4tzung hat der Westen bereits einen wirtschaftlichen Abschwung eingeleitet, eine l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige, weit dramatischere Wiederholung der Finanzkrise von 2008, verbunden mit den Folgen einer Deindustrialisierung der westlichen Volkswirtschaften. Bemerkenswertes Nebenprodukt ist die fortschreitende \u00bb<a href=\"https:\/\/www.fes.de\/portal-zeitenwende\/artikelseite-zeitenwende\/endet-die-dominanz-des-us-dollars#:~:text=Entdollarisierung%20meint%20eine%20systematische%20Reduzierung,des%20US%2DDollars%20als%20Zentralbankreserve.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Entdollarisierung<\/a>\u00ab des Welthandels, die durch die Sanktionen gegen Russland noch beschleunigt wurde und auch zu einem rasanten Anstieg der Kosten f\u00fcr Grundg\u00fcter wie Energie, Lebensmittel und Wohnraum f\u00fchrte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In puncto \u00bb<a href=\"https:\/\/www.finanzwende-recherche.de\/unsere-themen\/finanzialisierung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finanzialisierung<\/a>\u00ab der Wirtschaft, Schuldenaufnahmen und Konsum ist der Westen am Ende der Fahnenstange angelangt, was bedeutet, dass sich eine riesige Kluft hinsichtlich der Wohlstandserwartungen auftut. Wenn es noch etwas gibt, wor\u00fcber sich die Fachliteratur in Sachen Revolutionsgr\u00fcnde einig ist, dann ist es die Gefahr, die von entt\u00e4uschten Erwartungen der B\u00fcrger ausgeht. Bislang wurde in solchen Situationen reflexhaft mit \u00bbBrot und Spiele\u00ab als altbew\u00e4hrtem Ausweg versucht, den \u00bbMob\u00ab von seiner eigenen Misere abzulenken. Doch heutzutage l\u00e4sst die Wirkung beider Methoden rapide nach, insbesondere dann, wenn selbst der einfache Konsum immer unerschwinglicher und die billige Unterhaltung immer teurer wird. Da d\u00fcrften auch Billionenschulden \u2013 nach einem kurzen Strohfeuer \u2013 nichts mehr \u00e4ndern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zusammenfassend meint Betz, dass bis vor einer Generation fast alle westlichen L\u00e4nder weitgehend geschlossene Nationen waren, die jeweils ein mehr oder weniger ausgepr\u00e4gtes Gef\u00fchl einer gemeinsamen Identit\u00e4t besa\u00dfen und ein gemeinsames Erbe bewahrten. Im Gegensatz dazu sind heute fast alle Staaten des Westens unzusammenh\u00e4ngende politische Einheiten, vereinzelte Puzzlest\u00fccke konkurrierender identit\u00e4tsbasierter St\u00e4mme, die gr\u00f6\u00dftenteils in praktisch getrennten Parallelgesellschaften leben und immer offensichtlicher und gewaltt\u00e4tiger um die schwindenden gesellschaftlichen Ressourcen konkurrieren. Dar\u00fcber hinaus stecken ihre Volkswirtschaften in einem strukturellen Elend fest, das nach Ansicht sachkundiger Beobachter unweigerlich zum systemischen Zusammenbruch f\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Des Weiteren ist Betz der Meinung, das Beste, was dem Westen angesichts dieser Lage widerfahren k\u00f6nne, sei das Niveau der Abscheulichkeiten der zentralamerikanischen B\u00fcrgerkriege der 1970er und 1980er Jahre. In einem solchen Fall sei zumindest dem Teil der Bev\u00f6lkerung ein \u00bbnormales\u00ab Leben m\u00f6glich, der reich genug ist, sich vor den Schaupl\u00e4tzen politischer Attentate, vor Todesschwadronen, staatlicher Repressalien sowie vor Sabotage und einer bl\u00fchenden Kriminalit\u00e4t abzuschotten, die typisch f\u00fcr implodierende Gesellschaften seien.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Wenn der Extremismus in allen m\u00f6glichen Gemeinschaften sichtbar wird<\/strong><\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend der letzten drei\u00dfig Jahre hat sich der Westen \u00fcberfl\u00fcssigerweise in B\u00fcrgerkriege \u00fcberall auf der Welt eingemischt. Er h\u00e4tte lernen k\u00f6nnen, dass es unm\u00f6glich ist, eine geeinte und zugleich vielf\u00e4ltige Gesellschaft aufrechtzuerhalten, wenn Nachbarn damit beginnen, die Kinder des jeweils anderen zu entf\u00fchren und mit Schlagbohrmaschinen zu ermorden, die Kultst\u00e4tten der anderen in die Luft zu jagen, Lehrer oder Religionsf\u00fchrer der anderen abzuschlachten und bei Gottesdiensten unter den Gl\u00e4ubigen Massaker zu ver\u00fcben. Ungef\u00e4hr 75 Prozent der B\u00fcrgerkriege nach dem Kalten Krieg waren ethnisch und\/oder religi\u00f6s fundiert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In der wissenschaftlichen Literatur werden die Szenarien m\u00f6glicher k\u00fcnftiger B\u00fcrgerkriege im Westen angedeutet. Demnach ist nicht, wie im US-amerikanischen Sezessionskrieg (1861-1865), mit dem Zusammenprall schlagkr\u00e4ftiger Heere auf den Schlachtfeldern zu rechnen. Das gegenseitige Schlachten wird vielmehr als ein Kampf aller gegen alle vermutet, ein Kampf zwischen Nachbarn, entlang der Bruchlinien des Glaubens (bzw. Ideologie), der Ethnie (z.B. Hautfarbe) und der Religion.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Natur der Religion bzw. des Glaubens ist eine n\u00e4here Betrachtung wert. Denn im Wesentlichen handelt es sich bei der Religion bzw. dem Glauben, um die es geht, um die Akzeptanz der Grunds\u00e4tze einer jeweils spezifischen \u00bb<a href=\"https:\/\/www.herder.de\/staatslexikon\/artikel\/identitaetspolitik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Identit\u00e4tspolitik<\/a>\u00ab durch alle gesellschaftlichen Gruppen hindurch.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Identit\u00e4tspolitik kann als eine Politik definiert werden, in der Menschen mit einer bestimmten eigenen religi\u00f6sen, ethnischen, sozialen oder kulturellen Identit\u00e4t dazu neigen, ihre Partikularinteressen oder Anliegen ohne R\u00fccksicht auf die Interessen oder Anliegen der Allgemeinheit zu verfolgen. Sie ist offenkundig postnational. Vor allem deshalb sind nach Ansicht von Betz k\u00fcnftige B\u00fcrgerkriege im Westen nicht nur wahrscheinlich, sondern praktisch unvermeidlich.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Die St\u00e4dte werden fallen<\/strong><\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein zentraler Verst\u00e4rker dieser Entwicklung sei insbesondere die soziale Realit\u00e4t in immer mehr Quartieren. Als negative Beispiele dienen die franz\u00f6sischen <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/krawalle-in-der-banlieue-die-gewalt-in-frankreich-eskaliert-92375128.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Banlieues<\/a>. In vielen dieser Brennpunktviertel leben gro\u00dfe muslimische Bev\u00f6lkerungsgruppen r\u00e4umlich konzentriert, h\u00e4ufig mit hoher Jugendarbeitslosigkeit und geringer sozialer Durchl\u00e4ssigkeit. Wer dort aufw\u00e4chst, w\u00e4chst oft in einen abgeschlossenen sozialen Raum hinein, besucht Schulen mit \u00fcberwiegend muslimischer Sch\u00fclerschaft und hat kaum Ber\u00fchrungspunkte mit der Lebenswelt der \u00fcbrigen Gesellschaft. Integration erscheint nicht erstrebenswert, weil Anerkennung au\u00dferhalb der eigenen Gemeinschaft als unerreichbar gilt. In diesem Umfeld wird Religion zum identit\u00e4tsstiftenden Anker.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die ethnische Fragmentierung einer Stadt kann ein hinreichender, muss aber nicht unbedingt ein notwendiger Grund f\u00fcr den Absturz ins Chaos sein. Indessen zeichnen sich insbesondere zahlreiche westliche, stark von Einwanderung betroffene St\u00e4dte oder Stadtteile, durch eine ethnische Zersplitterung aus, die sich zu <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ethnic_enclave\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ethnischen Enklaven<\/a>, sogenannten Mikrostaaten, innerhalb einer Stadt oder eines Stadtviertels auspr\u00e4gen k\u00f6nnen. Gemeint sind damit Gebiete, in denen eine oft informell organisierte, ethnisch oder ideologisch dominante Gruppe, die eine hohe Autonomie, ideologische (z.B. religi\u00f6se) Identit\u00e4t und kulturelle Eigenst\u00e4ndigkeit pflegt, eine hohe Konzentration aufweist und eine so starke eigene soziale, kulturelle und wirtschaftliche Infrastruktur aufgebaut hat, dass sie im Wesentlichen als eine unabh\u00e4ngige Einheit innerhalb der gr\u00f6\u00dferen Stadt funktioniert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Solche Enklaven, die sich wie autonome Einheiten verhalten, entstehen meist durch Migration, wenn Menschen mit \u00e4hnlicher Herkunft und Abstammung in einem bestimmten st\u00e4dtischen Gebiet zusammenfinden, um ihre Kultur, Sprache und Traditionen zu bewahren. Diese Gebiete entwickeln oft eigene soziale Strukturen mit eigenen Regeln, mit eigenen Gesch\u00e4ften, Restaurants, religi\u00f6sen Einrichtungen, kulturellen Zentren und sogar informellen sozialen Unterst\u00fctzungsnetzwerken, die parallel zu den offiziellen st\u00e4dtischen Strukturen existieren. Es herrscht ein hohes Ma\u00df an kultureller Abgrenzung. Solche Mikrostaaten k\u00f6nnen sich zu abgeschotteten Parallelgesellschaften entwickeln. So bieten Moscheen, religi\u00f6se Vereine und extremistische Prediger Zugeh\u00f6rigkeit, Orientierung und klare Regeln. Dieser Prozess ist selbstverst\u00e4rkend: Je st\u00e4rker sich Gruppen abschotten, desto gr\u00f6\u00dfer werde das Misstrauen gegen\u00fcber \u00bbden Anderen\u00ab, desto h\u00f6her die Bereitschaft zur Eskalation. Die Gesellschaft zerfalle zunehmend in verfeindete St\u00e4mme, deren Konflikt nicht mehr als legitimer Streit unter Mitb\u00fcrgern, sondern als existenzieller Kampf wahrgenommen werde. Im Extremfall k\u00f6nnten sich Enklaven mit Scharia-Recht und einer eigenen bewaffneten Identit\u00e4t herausbilden und als Brandherde des Aufruhrs selbst entz\u00fcnden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Sie zerfallen zu N\u00e4hrb\u00f6den f\u00fcr Krankheiten, Umweltverschmutzung, Kriminalit\u00e4t und Chaos. Die marode Infrastruktur \u2013 Strom, Wasser, Verkehr \u2013 bricht zusammen. Das \u00f6ffentliche Leben gleitet infolge der Aufl\u00f6sung staatlicher Ordnungen in einen Zustand der Anarchie ab, gepr\u00e4gt von fehlender staatlicher Kontrolle und der Herrschaft von Banden und\/oder Milizen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Das eigentliche Risiko liegt nicht im Wachstum einer religi\u00f6s begr\u00fcndeten Weltanschauung, sondern im Verlust eines gemeinsamen Referenzrahmens. Wenn der gesellschaftliche Konsens dar\u00fcber zerbricht, was Vorrang hat \u2013 religi\u00f6s behauptete Gebote oder staatliches Recht, kollektive Identit\u00e4t oder individuelle Freiheit \u2013, wird ein Kompromiss unm\u00f6glich. Ob es zu einem offenen Drei-Fronten-B\u00fcrgerkrieg kommt, bleibt noch spekulativ.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Diese drei Fronten w\u00e4ren<\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\">die Regierung (inkl. Polizei, evtl. Milit\u00e4r) einer postmodernen, postnationalen, postfaktischen \u00bbFunktionselite\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.zukunftsinstitut.de\/zukunftsthemen\/somewheres-anywheres\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anywheres<\/a>),<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">die einheimisch-angestammte, wertsch\u00f6pfende und noch ann\u00e4hernd homogene Mehrheitsbev\u00f6lkerung (<a href=\"https:\/\/www.hudson.org\/foreign-policy\/being-somewhere\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Somewheres<\/a>) sowie<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">die nicht-einheimischen Gemeinschaften, insbesondere muslimische Bev\u00f6lkerungsgruppen, die sich teilweise als nicht assimilierbar erwiesen haben (evtl. in Kollaboration mit Linksextremisten, sog. \u203a<a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/idees\/article\/2020\/12\/11\/islamo-gauchisme-histoire-tortueuse-d-une-expression-devenue-une-invective_6063006_3232.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Islamo-Gauchistes<\/a>\u2039).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Es w\u00e4re der perfekte \u00bbMexican Stand-off\u00ab, der von keiner Seite gewonnen oder beendet werden kann. Im Westernfilm \u00bbZwei glorreiche Halunken\u00ab (Originaltitel: Il buono, il brutto, il cattivo) von Sergio Leone wird der Mexican Stand-off als <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iMOH1J7KuN4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">finales Triell<\/a> dargestellt, in dem sich die Parteien mit gezogenen und aufeinander gerichteten Waffen in einer ausweglos erscheinenden Situation gegen\u00fcberstehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dabei darf nicht vergessen werden, dass der Westen seit 2021 Hunderttausende nicht deklarierter moderner Kriegswaffen in die Ukraine lieferte, die sich mitten in einem B\u00fcrgerkrieg befindet. Die Grenze, die Europa von diesem Gebiet \u00bbtrennt\u00ab, ist eine der f\u00fcr den Schmuggel durchl\u00e4ssigsten Grenzen weltweit. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex bef\u00fcrchtet konkret, dass Kriminelle vor allem versuchen werden, \u00fcber die Grenze zu Moldau (Moldawien) hochwertige Milit\u00e4rwaffen, darunter tragbare Flugabwehr- und Panzerabwehrraketen, in die Europ\u00e4ische Union zu schmuggeln.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Urbane R\u00e4ume als Sollbruchstellen<\/strong><\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">St\u00e4dte gelten als Zentren von Ordnung, Austausch und kultureller Vielfalt. Doch in der Stadtsoziologie und Sicherheitsforschung wird seit einigen Jahren auch eine gegenteilige Entwicklung untersucht: die schrittweise Erosion urbaner Ordnung bis hin zu sogenannten \u00bbverwilderten St\u00e4dten\u00ab. Die Transformation eines ehemals funktionierenden Sozialraums (Stadt, Stadtteil, Region) in eine \u203aFeral City\u2039, eine gescheiterte Stadt, eine ethnische Enklave oder im Extremfall einen ethnischen Mikrostaat l\u00e4sst sich in der Stadtsoziologie, Politikwissenschaft und Sicherheitsforschung anhand mehrerer Indikatoren und Entwicklungsstufen nachvollziehen. Die Begriffe beschreiben urbane R\u00e4ume, in denen die staatliche Kontrolle weitgehend verloren geht oder verloren ist. Solche Entwicklungen verlaufen in der Regel nicht abrupt, sondern in mehreren erkennbaren Phasen. Im Folgenden eine systematische Darstellung der typischen Stadien und Warnsignale, anhand derer sich die Abw\u00e4rtsspirale ablesen l\u00e4sst.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Am Anfang steht meist eine allm\u00e4hliche soziale Erosion. Wirtschaftliche Probleme, steigende Arbeitslosigkeit oder demografische Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass sich Bev\u00f6lkerungsgruppen r\u00e4umlich voneinander trennen (<a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/topic\/white-flight\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">white flight<\/a>). Stadtteile beginnen sich ethnisch oder sozial zu segregieren. Gleichzeitig sinkt das Vertrauen in staatliche Institutionen, und informelle Strukturen \u2013 etwa eigene Netzwerke, religi\u00f6se Organisationen oder Parallel\u00f6konomien \u2013 gewinnen an Bedeutung. In dieser Phase ist der Sozialraum formal noch funktional, aber erste strukturelle Spannungen entstehen. Typische Anzeichen sind<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\">Demografische Segregation: Zunehmende r\u00e4umliche Trennung von Bev\u00f6lkerungsgruppen; ethnische oder religi\u00f6se Clusterbildung.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Verlust sozialer Koh\u00e4sion: Sinkendes Vertrauen in Institutionen; R\u00fcckgang zivilgesellschaftlicher Aktivit\u00e4ten.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Parallelstrukturen: Informelle \u00d6konomien; eigene religi\u00f6se, kulturelle oder soziale Institutionen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In der Stadtsoziologie wird diese Phase h\u00e4ufig mit Konzepten wie <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0264275124001616\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urban Segregation<\/a> oder Fragmentierung beschrieben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In einer zweiten Phase verfestigen sich Parallelgesellschaften. Bestimmte Viertel entwickeln eigene soziale Regeln und wirtschaftliche Strukturen, die nur noch teilweise mit der offiziellen Ordnung \u00fcbereinstimmen. Informelle Autorit\u00e4ten \u2013 etwa <a href=\"https:\/\/www.kriminalpolizei.de\/ausgaben\/2019\/dezember\/detailansicht-dezember\/artikel\/clankriminalitaet-in-deutschland.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Clanstrukturen<\/a>, lokale Machtgruppen oder kriminelle Netzwerke \u2013 \u00fcbernehmen zunehmend Funktionen, die eigentlich staatlichen Institutionen vorbehalten sind. Polizei und Verwaltung bleiben zwar pr\u00e4sent, verlieren aber faktisch Einfluss auf einzelne Bereiche des \u00f6ffentlichen Lebens. Beobachtbare Symptome:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\">die Polizei verliert faktisch Kontrolle \u00fcber Teilr\u00e4ume<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Schulen und Verwaltung funktionieren eingeschr\u00e4nkt<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Steigende Gewaltkriminalit\u00e4t<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Wohnsegregation verst\u00e4rkt sich.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In der Forschung wird diese Phase h\u00e4ufig als \u00bb<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-030-46808-8_14\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">No-Go-Zonen<\/a>\u00ab-Debatte diskutiert (wissenschaftlich umstritten).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Darauf kann die Entstehung stabiler Enklaven folgen. In solchen Vierteln dominiert eine bestimmte ethnische, religi\u00f6se oder kulturelle Gemeinschaft deutlich. Eigene Gesch\u00e4fte, Medien, religi\u00f6se Einrichtungen und soziale Netzwerke schaffen eine weitgehend selbsttragende Infrastruktur. Wichtig ist jedoch: Nicht jede ethnische Enklave stellt ein Problem dar. Viele entstehen schlicht durch Migration und kulturelle N\u00e4he \u2013 und funktionieren dennoch innerhalb der staatlichen Ordnung. Kritisch wird die Situation erst dann, wenn sich eine Proto-Autonomie \/ de-facto-Autonomie herausbildet. In dieser Phase \u00fcbernehmen informelle <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/clankriminalitaet-islamisten-bka-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Machtstrukturen<\/a> zunehmend die Kontrolle \u00fcber Territorium, Konfliktl\u00f6sung und wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten. Paralleljustiz, Schattenwirtschaft und selektive Durchsetzung staatlicher Regeln k\u00f6nnen typische Symptome sein. In der Forschung spricht man hier h\u00e4ufig von \u00bbUngoverned Urban Spaces\u00ab, also urbanen R\u00e4umen mit eingeschr\u00e4nkter staatlicher Steuerungsf\u00e4higkeit. Typische Anzeichen sind<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><strong>Territoriale Kontrolle:<\/strong> Gangs, Milizen oder Clans kontrollieren Stra\u00dfenz\u00fcge<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><strong>Selektive Durchsetzung staatlicher Regeln:<\/strong> Polizei nur punktuell pr\u00e4sent<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><strong>Paralleljustiz:<\/strong> informelle Schiedsgerichte, Friedensrichter<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00d6konomische Autonomie:<\/strong> Schattenwirtschaft (inkl. Schwarzmarkt) dominiert.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Das abschlie\u00dfende Ende dieser Entwicklung sind die Feral City oder Mikrostaat-Strukturen \u2013 eine Stadt, in der staatliche Strukturen weitgehend kollabiert sind. Verwaltung, Sicherheit und \u00f6ffentliche Dienstleistungen funktionieren nur noch rudiment\u00e4r oder gar nicht mehr. Bewaffnete Gruppen kontrollieren Teile des Stadtgebiets, w\u00e4hrend die Bev\u00f6lkerung sich auf informelle Netzwerke oder lokale Machthaber st\u00fctzen muss. Solche Zust\u00e4nde entstehen fast ausschlie\u00dflich in Kontexten schwerer staatlicher Krisen oder B\u00fcrgerkriege, wie sie etwa in St\u00e4dten wie <a href=\"https:\/\/www.crisisgroup.org\/rpt\/latin-america-caribbean\/haiti\/110-undoing-haitis-deadly-gang-alliance\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Port-au-Prince<\/a> (Haiti), Mogadischu oder w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe um Aleppo im Verlauf des Syrischen B\u00fcrgerkriegs zu beobachten waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr Forscher gelten daher mehrere zentrale Fr\u00fchindikatoren: zunehmende demografische Segregation, wachsende Schattenwirtschaft, steigende Gewaltkriminalit\u00e4t, der R\u00fcckzug staatlicher Institutionen sowie das Auftreten informeller Autorit\u00e4ten, die soziale Regeln durchsetzen. Entscheidend ist jedoch die Differenzierung: Nicht jedes benachteiligte Viertel und nicht jede ethnische Nachbarschaft ist ein Vorbote urbanen Zerfalls. Erst wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen und staatliche Steuerungsf\u00e4higkeit dauerhaft erodiert, sprechen Experten von einer Entwicklung in Richtung einer \u00bbverwilderten\u00ab Stadt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dennoch: Viele westeurop\u00e4ische St\u00e4dte sind bereits infrastrukturelle Ruinen. Die Verwahrlosung des \u00f6ffentlichen Raums ist oft so prek\u00e4r, dass es nur eines kleinen Sto\u00dfes bedarf, um sie [die Infrastruktur] zu zerst\u00f6ren. Kurz gesagt, das ist die strategische Logik, die heute von politischen Extremisten jeder politischen Couleur sowie von mit Terroristen (Dschihadisten) <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/panorama\/verfassungsschuetzer-sind-alarmiert-hochexplosive-mischung-islamisten-und-kriminelle-arabischen-clans-verbuenden-sich-gegen-staat_id_260209723.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verb\u00fcndeten Familienclans<\/a>, offen zur Schau gestellt wird. Sie beabsichtigen, den Zusammenbruch der heterogenen Gro\u00dfst\u00e4dte herbeizuf\u00fchren und kaskadierende Krisen auszul\u00f6sen, die zu einem Systemversagen und einer Zeit des Massenchaos f\u00fchren, die sie in der relativen Sicherheit der relativ homogenen, abgeschiedenen l\u00e4ndlichen Regionen auszusitzen beabsichtigen, so David Betz.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr bestehe mithin in der Verwundbarkeit der Infrastruktur gegen\u00fcber jeder Art von Angriffen und Angreifern, gegen die sie ungesch\u00fctzt ist (und wahrscheinlich auch nicht gesch\u00fctzt werden kann). Verwundbar ist das Stromnetz ebenso wie das Kommunikationsnetz. Die Verkehrsinfrastruktur ist nicht nur stark heruntergekommen. Auch die vielen Br\u00fccken und Tunnel stellen bekannte Engp\u00e4sse dar, die leicht angegriffen werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus basieren die Lieferketten der Lebens- und Arzneimittelversorgung auf Just-in-time-Netzwerken, die \u00e4u\u00dferst st\u00f6ranf\u00e4llig sind. Den meisten modernen Stadtbewohnern steht nur ein begrenzter Lebensmittelvorrat f\u00fcr wenige Tage zur Verf\u00fcgung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine weitere, wichtige Infrastruktur ist die Informationsinfrastruktur. Sie hat mindestens drei miteinander verbundene Aspekte oder Ebenen. Erstens k\u00f6nne es Angriffe auf die Informationsinfrastruktur geben, mit der Absicht, die Kommunikation \u00fcber die normalen Medien zu unterbinden. Damit werden die \u00c4ngste und Bef\u00fcrchtungen der Bev\u00f6lkerung verst\u00e4rkt, vom Informationsgeschehen abgekoppelt zu werden. Zugleich werden die Bem\u00fchungen der Regierung untergraben, auf mehrere und sich \u00fcberlagernde Krisen zu reagieren. Wie im Transport- und Energiebereich ist dies nicht besonders schwierig, da die Infrastruktur kaum bewacht, weitverbreitet und gut bekannt ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie ernst die Lage ist, macht ein Detail beim Bahnprojekt Stuttgart 21 deutlich. Zum Schutz der Stellwerke (Weichen) vor Sabotage werden die ben\u00f6tigten Leitungen dreifach redundant, unterirdisch und weit voneinander getrennt, verlegt. Auch die \u00fcberall aufgestellten Fahrzeugsperren sind ein Alarmsignal. Heute wird praktisch jede gr\u00f6\u00dfere Veranstaltung, jeder Weihnachtsmarkt und jedes Volksfest von ihnen ges\u00e4umt \u2013 aufgrund einer anhaltenden Bedrohungslage, die konkret zu adressieren den meisten Politikern schwerf\u00e4llt. Normal funktionierende Gesellschaften br\u00e4uchten keine, auf solche F\u00e4lle ausgerichtete Abwehrmechanismen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Falle ernsthafter Angriffe auf die kritische Transport- und Logistikinfrastruktur st\u00fcnden die Sicherheitsbeh\u00f6rden vor einer gigantischen Herausforderung an gleich zwei Fronten. Erstens m\u00fcssten sie ein riesiges und verteiltes System sch\u00fctzen, das im Allgemeinen unbewacht und extrem anf\u00e4llig gegen\u00fcber Angreifern ist, die die Schwachstellen genau kennen. Zweitens m\u00fcssten sie gleichzeitig versuchen, die soziale Kontrolle \u00fcber die St\u00e4dte voll hungriger, frierender, w\u00fctender, ver\u00e4ngstigter und sozial atomisierter Menschen aufrecht zu erhalten, die buchst\u00e4blich und im \u00fcbertragenen Sinne pl\u00f6tzlich in die Dunkelheit gesto\u00dfen wurden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass die B\u00fcrgerkriege, die dem Westen bevorstehen k\u00f6nnten, ethnische Grenzen aufweisen d\u00fcrften, was angesichts der relativen Verteilung der Bev\u00f6lkerungsgruppen stark darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass sie einen ausgepr\u00e4gten l\u00e4ndlichen bzw. st\u00e4dtischen Charakter haben werden. Ihre strategische Logik wird darin bestehen, durch Angriffe auf die Infrastruktur die L\u00e4hmung von Metropolen herbeizuf\u00fchren, um ein kaskadierendes Systemversagen zu verursachen, das zu unkontrollierbaren Unruhen f\u00fchrt und einen weiteren raschen Niedergang nach sich zieht. Die angewandten Taktiken sind plausibel, da die Stabilit\u00e4t moderner St\u00e4dte selbst in den besten Zeiten fragil ist, eine Tatsache, die von angesehenen Wissenschaftlern festgestellt wurde und die angehende <a href=\"https:\/\/www.verfassungsschutz.de\/SharedDocs\/hintergruende\/DE\/linksextremismus\/angriffe-von-linksextremisten-auf-kritis.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Revolution\u00e4re<\/a> rasch erkannt haben. In den kommenden \u00bbunruhigen Zeiten\u00ab, die von einem Aggregatzustand h\u00f6chster Entropie gekennzeichnet sein d\u00fcrften, werden viele Einkommensquellen, die im alten \u00bb<\/span><a href=\"https:\/\/docupedia.de\/zg\/Fordismus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fordistischen Jahrhundert<\/a><span style=\"color: #000000;\">\u00ab noch stabil waren, sich in Luft aufl\u00f6sen. Dies betrifft die Renten genauso wie die Pensionen, Mietertr\u00e4ge, Dividenden aus vielen Anlagen, L\u00f6hne und Geh\u00e4lter sowie die Gewinne der KMUs.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Zusammenfassung: Die Entwicklungslogik auf einen Blick:<\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\">Segregation<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Parallelgesellschaft<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Enklave<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">De-facto Autonomie<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Feral City \/ urbaner Staatszerfall.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Anmerkung:<\/strong> Auch wenn David Betz von der Zwangsl\u00e4ufigkeit seiner prognostizierten Szenarien ausgeht, hei\u00dft das nicht, dass sie tats\u00e4chlich eintreten (m\u00fcssen). Vielmehr steht damit der Anspruch im Raum, dar\u00fcber nachzudenken, was getan werden muss, um sie zu verhindern. Zu verz\u00f6gern. Oder zumindest abzumildern.<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 9pt; color: #000000;\"><small>\u00a9 RiskCompass \u203aStrategic Horizon Report\u2039. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterst\u00fctzend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.<\/small><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die reale Gefahr eines Abgleitens bestimmter westeurop\u00e4ischer Regionen, St\u00e4dte oder Stadtviertel in einen inneren Konflikt, der bis zum B\u00fcrgerkrieg f\u00fchren k\u00f6nnte, beunruhigt nicht nur akademische Zirkel und sicherheitspolitische Think Tanks, sondern inzwischen auch die \u00f6ffentliche Debatte. Wissenschaftler wie David J. 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