{"id":1053886,"date":"2026-10-22T22:45:36","date_gmt":"2026-10-22T20:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/riskcompass.info\/?p=1053886"},"modified":"2026-10-22T22:51:16","modified_gmt":"2026-10-22T20:51:16","slug":"david-betz-droht-in-europa-ein-buergerkrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/riskcompass.info\/?p=1053886","title":{"rendered":"David Betz: Droht in Europa ein B\u00fcrgerkrieg?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">David Betz, Professor of War in the Modern World am Department of War Studies des King\u2019s College London, beschreibt den von ihm erwarteten Konflikt als ein Ereignis mit zwei Vektoren. Den ersten fasst er als eine Art \u00bbBauernaufstand des 21. Jahrhunderts\u00ab auf: Erhebliche Teile der einheimischen Bev\u00f6lkerung erh\u00f6ben sich darin gegen eine postnationale \u00bbElite\u00ab, deren Handeln sie als Bruch des Gesellschaftsvertrags erlebten. In diesem Sinne sei der Aufstand nach seiner Deutung restaurativ und nicht utopisch ausgerichtet. Den zweiten Vektor sieht Betz in einem Konflikt zwischen Gruppen, den er als \u00bbintertribal\u00ab bezeichnet, n\u00e4mlich zwischen dem \u00bbStamm\u00ab der einheimischen Mehrheiten und dem \u00bbStamm\u00ab der Parallelgemeinschaften, die nach seiner Auffassung gen\u00fcgend Dichte und Organisation erreicht h\u00e4tten, um innerhalb desselben souver\u00e4nen Territoriums als eigenst\u00e4ndige politische Akteure aufzutreten.<\/span><\/p>\n<h5><strong><span style=\"color: #000000;\">Zwei Konfliktvektoren und \u00bbkonvexe Politik\u00ab<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz geht davon aus, dass sich beide Vektoren gegenseitig verst\u00e4rken. Das Versagen der \u00bbEliten\u00ab angesichts gemeinschaftsbezogener Unruhen radikalisiere Einheimische sowohl gegen die Parallelgesellschaften als auch gegen die Beh\u00f6rden, die deren Entstehung zugelassen h\u00e4tten. Solche Unruhen wiederum zerst\u00f6rten die Legitimit\u00e4t der \u00bbEliten\u00ab weiter. Die daraus resultierende Dynamik bezeichnet er als \u00bbkonvexe Politik\u00ab: Unter hinreichendem Druck werde die Mitte zur instabilsten Position. Darin sieht Betz die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, dass es vielen zunehmend schwerer falle, eine zentristische Haltung zu vertreten. Neutralit\u00e4t werde unter diesen Bedingungen kostspielig. Menschen w\u00fcrden nach seiner Einsch\u00e4tzung schneller als erwartet gezwungen, sich zuzuordnen, und zwar entlang von Gruppenzugeh\u00f6rigkeiten.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Sechs Faktoren \u2013 \u00dcberblick<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Ursache dieser Entwicklung benennt Betz sechs miteinander verflochtene Faktoren. Sie h\u00e4tten nach seiner Analyse Gro\u00dfbritannien und in unterschiedlichem Ma\u00df auch den \u00fcbrigen westlichen \u00bbHocheinkommensraum\u00ab in einen Bereich gebracht, in dem ein innerer Gro\u00dfkonflikt kein blo\u00df theoretisches Risiko mehr sei.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Faktor 1: Faktionalismus\u00b9<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als ersten Faktor nennt Betz den \u00bbFaktionalismus\u00ab. Er stellt fest, dass sich gew\u00f6hnliche politische Meinungsverschiedenheiten in zahlreichen L\u00e4ndern, besonders stark aber in Gro\u00dfbritannien, zu identit\u00e4tsgetriebener Polarisierung verh\u00e4rtet h\u00e4tten. Die Unruhen im Sommer 2024 h\u00e4tten aus seiner Sicht gezeigt, wie schnell die verbliebene zivile Zur\u00fcckhaltung versagen k\u00f6nne. Nachhaltiger wirke nach seiner Einsch\u00e4tzung jedoch der Aufstieg ausdr\u00fccklich gemeinschaftsbezogener politischer Organisation und des Blockw\u00e4hlens. Betz verweist darauf, dass in einer betr\u00e4chtlichen Zahl britischer Wahlkreise die muslimische W\u00e4hlerschaft f\u00fcr die Labour Party ausschlaggebend sei, was ihr Gewicht weit \u00fcber ihren Bev\u00f6lkerungsanteil hinaus erh\u00f6he. Insbesondere in London sei die Wahlarithmetik inzwischen so beschaffen, dass das B\u00fcrgermeisteramt f\u00fcr den Amtsinhaber bei den derzeitigen Wahlkreiszuschnitten und Beteiligungsmustern faktisch nicht zu verlieren sei. Orte in unmittelbarer N\u00e4he wie Tower Hamlets seien nach seiner Darstellung nicht nur gesellschaftlich, sondern auch politisch \u00bbbangladeschisch\u00ab gepr\u00e4gt. Betz wertet dies nicht als gew\u00f6hnliche Meinungsvielfalt, sondern als Entstehung von Parallelgemeinschaften innerhalb eines Staates, die sich zudem sehr schnell vollzogen habe.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 8pt; color: #000000;\">\u00b9Die Bildung und das Wirken von informellen Untergruppen, Fl\u00fcgeln oder Fraktionen innerhalb einer politischen Partei oder eines politischen Systems.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Faktor 2: Statusverlust (\u00bbDowngrading\u00ab)<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Den zweiten Faktor sieht Betz im Statusverlust. Gro\u00dfe Teile der angestammten Bev\u00f6lkerung h\u00e4tten nach seiner Beobachtung einen stetigen Verlust an Status, Sicherheit und territorialer Vertrautheit erfahren. Die Abwanderung Wei\u00dfer aus den Innenst\u00e4dten (\u00bbWhite Flight\u00ab) sei an den Immobilienm\u00e4rkten von Provinzst\u00e4dten messbar, etwa \u00fcberall dort, wo gute Bahnverbindungen nach London best\u00fcnden. Die pl\u00f6tzliche Unterbringung gro\u00dfer Zahlen migrantischer M\u00e4nner in D\u00f6rfern und Kleinst\u00e4dten, die ausdr\u00fccklich erkl\u00e4rt h\u00e4tten, sie nicht aufnehmen zu k\u00f6nnen, habe die Spannungen nach seiner Einsch\u00e4tzung weiter erh\u00f6ht. Auf diese Weise sei ein statistischer Trend zunehmend zu einer allt\u00e4glichen Erfahrung erlebter Ohnmacht geworden. Als Beispiel f\u00fchrt Betz den Lehrer aus Batley an, der Jahre, nachdem er im Religionsunterricht eine Mohammed-Karikatur gezeigt habe, noch immer im Verborgenen lebe. Lokale und nationale Stimmen h\u00e4tten dennoch weiterhin wachsende Islamfeindlichkeit (\u00bbIslamophobie\u00ab) als das vorherrschende Problem dargestellt. Betz folgert daraus, dass Status und Sicherheit in dieser Gesellschaft nicht gleich verteilt seien.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zur begrifflichen Einordnung greift er auf Barbara Walter (Professor of International Affairs at the School of Global Policy and Strategy at UC San Diego) zur\u00fcck, die diese Lage als \u00bbDowngrading\u00ab bezeichne: eine Situation, in der eine einst dominante Gruppe politisches Gewicht und demografische Zentralit\u00e4t verliere, und zwar nicht vor\u00fcbergehend, sondern dauerhaft. Der franz\u00f6sische Philosoph Renaud Camus habe denselben Prozess als \u00bbgro\u00dfen Austausch\u00ab bezeichnet. Nach Betz\u2019 Auffassung beschreiben der akademische und der popul\u00e4re Begriff im Kern denselben Wandel. Das Zusammenzucken, das manche Zuh\u00f6rer beim Begriff \u00bbgro\u00dfer Austausch\u00ab empf\u00e4nden, h\u00e4lt er f\u00fcr Selbstzensur und nicht f\u00fcr Analyse.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Faktor 3: Legitimit\u00e4tskrise<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Den dritten Faktor bildet nach Betz eine Legitimit\u00e4tskrise. Er ist der Ansicht, dass der britische Staat seine eigene Legitimit\u00e4t in aller \u00d6ffentlichkeit zerst\u00f6re. Gesetze w\u00fcrden je nach Identit\u00e4t des T\u00e4ters durchgesetzt oder nicht. Meinungs\u00e4u\u00dferungen w\u00fcrden reglementiert, wenn sie von Einheimischen stammten und unbequem seien, bei anderen hingegen geduldet. Zudem w\u00fcrden Untersuchungen zu Skandalen angek\u00fcndigt, deren Benennung oder Aufkl\u00e4rung staatliche Institutionen jahrelang abgelehnt h\u00e4tten und an denen sie teils sogar mitschuldig gewesen seien; anschlie\u00dfend seien die Opfer weder gez\u00e4hlt noch ernst genommen worden. Wahlen f\u00e4nden nach seiner Darstellung zwar weiterhin statt, w\u00fcrden aber als Ritual erhalten, w\u00e4hrend die weitreichendsten demografischen Entscheidungen gegen die wiederholt ge\u00e4u\u00dferte Pr\u00e4ferenz der W\u00e4hlerschaft getroffen und als normales Funktionieren der Demokratie verteidigt w\u00fcrden. Betz bezeichnet dies als heuchlerisch und legitimit\u00e4tszerst\u00f6rend.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Bereitschaft der \u00bbEliten\u00ab, diesen Kurs zu versch\u00e4rfen, h\u00e4lt er inzwischen f\u00fcr recht offen erkennbar. Er verweist auf Nachrichten der letzten Tage, die gezeigt h\u00e4tten, dass dieselbe politische Richtung, die das Referendum \u00fcber die EU-Mitgliedschaft verloren habe, in Teilen darauf hinarbeite, das Ergebnis mit einer einfachen parlamentarischen Mehrheit r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Zudem kursierten Vorschl\u00e4ge, f\u00fcr \u00c4u\u00dferungen in sozialen Medien einen Identit\u00e4tsnachweis zu verlangen, f\u00fcr die Stimmabgabe hingegen die Ausweispflicht abzuschaffen. Betz findet dies bemerkenswert. Zumindest deutet es f\u00fcr ihn auf eine Regierungsschicht hin, die das Mandat der W\u00e4hler als Hindernis f\u00fcr ihre Vorhaben betrachte.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Faktor 4: Wirtschaftliche Prekarit\u00e4t<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als vierten Faktor nennt Betz die wirtschaftliche Prekarit\u00e4t, die er weniger als absolute Armut, denn als Kluft zwischen Erwartungen und tats\u00e4chlichen M\u00f6glichkeiten innerhalb der Gesellschaft versteht. Betroffen seien nach seiner Analyse besonders junge Menschen, deren wirtschaftliche und soziale Ambitionen etwa an der Unm\u00f6glichkeit scheiterten, Wohneigentum zu erwerben, mit Folgewirkungen auf Familiengr\u00fcndung und dauerhafte Partnerschaften. Betz erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass die Franz\u00f6sische Revolution von steigenden b\u00fcrgerlichen Erwartungen bei gleichzeitiger aristokratischer Geringsch\u00e4tzung angetrieben worden sei, nicht von den \u00c4rmsten. In Gro\u00dfbritannien wirkten nach seiner Deutung subventionierter Komfort, schuldenfinanzierter Konsum (die Staatsverschuldung liege inzwischen bei \u00fcber 100 Prozent des BIP) sowie algorithmisch gesteuerte Unterhaltung, ob Netflix oder Pornhub, als moderne Form von \u00bbBrot und Spielen\u00ab.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Unter diesen Bedingungen sei, so Betz, das Vertrauen zusammengebrochen. \u00bbEliten\u00ab signalisierten, oft unausgesprochen, mitunter aber auch offen, dass die B\u00fcrger zu bequem oder zu inkompetent seien, um bei Tagesfragen, insbesondere bei der Zusammensetzung ihres Landes, ein echtes Mitspracherecht zu verdienen. Betz geht davon aus, dass Menschen materielle Einbu\u00dfen hinn\u00e4hmen, wenn man ihnen W\u00fcrde zugestehe; geschlossene nationale Gemeinschaften seien unter bestimmten Bedingungen zu Opfern bereit. Mit Emp\u00f6rung reagierten sie jedoch, wenn das zugrunde liegende Arrangement sie als blo\u00dfe Masse und als zu verwaltendes Problem behandle. Die schichtspezifische Verteilung der Kosten der Elitenpolitik versch\u00e4rfe den Unmut nach seiner Einsch\u00e4tzung zus\u00e4tzlich: Lohn- und Wohnkostendruck tr\u00e4fen die unteren Schichten am st\u00e4rksten, w\u00e4hrend die oberen von g\u00fcnstigeren Dienstleistungen und h\u00f6heren Kapitalrenditen profitierten. Darin erkennt Betz bereits die Umrisse einer Revolte gegen eine \u00bbElite\u00ab, die vom Status quo profitiere, w\u00e4hrend dieser die breite Masse unter ihr entmachte.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Faktor 5: Abnehmende Gehorsamskultur<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Den f\u00fcnften Faktor sieht Betz in der schwindenden Kultur des Gehorsams beziehungsweise in der steigenden Neigung zur Auflehnung. Er f\u00fchrt aus, dass es mit Blick auf die britische Bev\u00f6lkerung von 1997, dem Jahr, in dem er aus Kanada nach Gro\u00dfbritannien gekommen sei, l\u00e4cherlich gewesen w\u00e4re, von B\u00fcrgerkrieg zu sprechen. Im Jahr 2026 sei es das nicht mehr. Er beruft sich dabei auf den Historiker David Starkey, der dies pointiert formuliert habe: Seit 1997 seien Land und Bev\u00f6lkerung grundlegend ver\u00e4ndert worden. Damit seien nach Betz\u2019 Auffassung die alten Gewohnheiten im \u00f6ffentlichen Bewusstsein stark erodiert, n\u00e4mlich die Ehrerbietung, die Annahme, der Staat werde sich irgendwann selbst korrigieren, und die Behandlung von Politik als ausreichendes Instrument zur L\u00f6sung kollektiver Probleme. An ihre Stelle sei noch kein organisierter Aufstand getreten, wohl aber eine wachsende Bereitschaft, beh\u00f6rdliche Anweisungen als optional zu betrachten, sich lokal zu organisieren, zunehmend Taktiken zu \u00fcbernehmen, die bei anderen Anliegen nachweislich toleriert worden seien, bis sie f\u00fcr ein Anliegen der Einheimischen eingesetzt w\u00fcrden, und in der Sprache des Bruchs zu sprechen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Beispiel nennt Betz ein Interview, das Generalmajor Julian Thompson erst am Vortag gegeben habe. Thompson, der im Falklandkrieg die damalige 3 Commando Brigade (heute: United Kingdom Commando Force) befehligt habe und den Betz als wom\u00f6glich besten britischen General seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet, habe darin erkl\u00e4rt, die Boote im \u00c4rmelkanal lie\u00dfen sich sofort stoppen, wenn man den Mut dazu habe. Er habe gesagt, er w\u00fcrde schie\u00dfen, und klargestellt, dass er damit die Boote meine; wenn die Regierung sie nicht stoppe, werde es eine \u00bbRevolution\u00ab geben. Die \u00f6ffentliche Reaktion darauf sei nach Betz\u2019 Beobachtung bislang \u00fcberwiegend ein Wiedererkennen im Sinne einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit gewesen. Die institutionelle Reaktion bestehe darin, wegzusehen. Dieses Muster wiederhole sich nach seiner Einsch\u00e4tzung h\u00e4ufig.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Faktor 6: Inkompetenz und Uneinigkeit der \u00bbEliten\u00ab<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als sechsten Faktor benennt Betz die Inkompetenz und Uneinigkeit der \u00bbEliten\u00ab. Die heutige \u00bbElite\u00ab versteht er als vernetzten Komplex aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Verwaltung. Dieser Komplex sei sehr gro\u00df; die meisten seiner Mitglieder verwalteten ein Skript, statt es selbst verfasst zu haben. Das Skript beschreibt Betz als ideologisch postnational, postmodern in seinem Misstrauen gegen\u00fcber \u00fcberkommenen Loyalit\u00e4ten und neoliberal in seiner Behandlung von Bev\u00f6lkerungen als mobile Produktionsfaktoren. Zugleich sei es innerhalb der \u00bbElite\u00ab sehr br\u00fcchig.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz unterscheidet drei Gruppen: harte \u00bbManagerialisten\u00ab, die nach seiner Einsch\u00e4tzung bis zum Ende an ihrem Kurs festhalten w\u00fcrden; institutionelle Karrieristen, die nach seiner Prognose in jedem Fall Kontinuit\u00e4t und die eigene Sicherheit bevorzugen w\u00fcrden; und eine ausstiegsorientierte Schicht, die sich mit Zweitp\u00e4ssen und Offshore-Verm\u00f6gen absichere und das Land zunehmend verlasse, bis vor Kurzem vor allem in Richtung der Golfstaaten. Die Grundhaltung charakterisiert er als Eind\u00e4mmung und Verz\u00f6gerung, von ihm als \u00bbmanagerielle Eind\u00e4mmung\u00ab bezeichnet, gegen\u00fcber einer Entwicklung, die die \u00bbElite\u00ab nicht mehr f\u00fcr umkehrbar halte, ohne Kosten zu verursachen, die sie zu tragen nicht bereit sei.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die andere Seite dieser Gleichung liefert nach Betz die von dem US-amerikanischen Wissenschaftler Peter Turchin beschriebene Eliten\u00fcberproduktion. Die F\u00fchrungsschicht der gegen den Status quo gerichteten Bewegungen gehe bereits aus frustrierten, oft \u00fcberqualifizierten jungen Menschen hervor, die erkennten, dass ihnen die Lebensbedingungen ihrer Eltern nicht mehr zug\u00e4nglich seien. Auf die Frage, woher die Anf\u00fchrer eines Aufstands der Einheimischen kommen w\u00fcrden, antwortet Betz daher: aus den eigenen unversorgten und unzufriedenen Kindern der \u00bbElite\u00ab.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Noch mehr Sollbruchstellen<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><em><span style=\"color: #000000;\">Historiker, Analysten und Politikwissenschaftler sehen weitere Bruchlinien, ja Sollbruchstellen, die wie ein scharfes Messer die Gesellschaften des Westens, insbesondere Europas Staaten, tief durchschneiden. Da w\u00e4re erstens der Generationenkonflikt zwischen einer als perspektivlos angenommenen Jugend und einer angeblich satten Generation der Boomer (jedenfalls des Teils, der eine Beamtenpension bezieht). Zweitens liegt ein tats\u00e4chlicher Konflikt zwischen sehr Wohlhabenden und zunehmend verarmten Mittelschichten vor. Die Dritte, bislang noch weitgehend im Dunkeln verborgene Gro\u00dfspaltung wird durch die noch ungeahnten gesellschaftlichen Folgen der KI- und Robotik-Revolution\u00b2, erfolgen. Diese Frontlinien verlaufen nicht exakt gleich, aber sie \u00fcberlagern sich mit den von Prof. Betz genannten.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 8pt; color: #000000;\">\u00b2siehe Schlussabsatz.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Erscheinungsformen des Konflikts<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz erwartet nicht, dass die sechs Faktoren eine einzelne Organisation oder eine konventionelle Front hervorbringen; man solle, so seine Formulierung, nicht auf Schlachten wie Gettysburg oder Antietam (verlustreichste Ein-Tages-Schlacht des amerikanischen B\u00fcrgerkrieges) warten. Vielmehr sch\u00fcfen sie nach seiner Einsch\u00e4tzung die Bedingungen f\u00fcr einen Konflikt mit zwei Vektoren, der zun\u00e4chst unterhalb der Schwelle ausgetragen werde, ab der die meisten Beobachter von B\u00fcrgerkrieg sprechen w\u00fcrden. Die Methoden h\u00e4lt er jedoch bereits f\u00fcr sichtbar und theoretisch beschrieben: die St\u00f6rung gew\u00f6hnlicher Infrastruktur, selektive Gewalt, die auf strategische Narrativwirkung kalibriert sei, die von ihm bereits angesprochene erzwungene demografische Entmischung sowie fortlaufende Informationsoperationen unterhalb der Gewaltschwelle, die eindeutig dem Bereich umk\u00e4mpfter und zunehmend polarisierter Politik zuzurechnen seien.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als konkrete Beispiele f\u00fchrt Betz britische F\u00e4lle von Radikalisierung im Zusammenhang mit Sicherheitsdiensten, die \u00dcbernahme von Vermummung und des Stra\u00dfenprotest-Repertoires durch einheimische Organisatoren sowie die darauffolgenden selektiven Regel\u00e4nderungen auf. Diese F\u00e4lle betrachtet er als fr\u00fche, partielle Prototypen des Kommenden und nicht als Ausnahmeerscheinungen. Betz will damit verdeutlichen, dass die grundlegenden logistischen, taktischen und organisatorischen Probleme einer Revolte in westlichen L\u00e4ndern nicht unl\u00f6sbar seien, und zwar f\u00fcr kompetente Menschen mit verbliebenen beruflichen F\u00e4higkeiten, Zugang zu offener Fachliteratur und einem Groll, der stark genug sei, sie zu ungew\u00f6hnlichem Handeln zu bewegen.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Kein friedlicher Ausweg<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz legt Wert auf die Feststellung, dass er keine datierte Prophezeiung aufstelle, sondern eine Entwicklung mit einem Endpunkt beschreibe. Ohne eine Kurskorrektur, die sowohl gro\u00df als auch fr\u00fchzeitig erfolge, gehe die Entwicklung nach seiner \u00dcberzeugung in Richtung eines anhaltenden inneren Konflikts. Einen politischen Ausweg, der zugleich plausibel und friedlich w\u00e4re, sieht er nicht. Er begr\u00fcndet dies damit, dass ein Stopp oder eine Umkehr, die scharf genug w\u00e4re, um etwas zu bewirken, auf den Widerstand derer stie\u00dfe, die das bisher Erreichte inneh\u00e4tten, eine Fortsetzung hingegen auf den Widerstand derer, die darin die Ausl\u00f6schung ihres Landes s\u00e4hen. Jeder Weg, der die Entwicklung so weit ver\u00e4ndere, dass sich das Ergebnis \u00e4ndere, liege daher bereits innerhalb der Konfliktzone. Betz spricht von einer Wahl ohne echte Alternative (\u00bbHobson\u2019s choice\u00ab) zwischen einem schlechten Ausgang und einer Reihe noch schlechterer. Er stellt klar, dass dies keine Behauptung sei, es lasse sich kein kluges Konzept ersinnen, sondern das Eingest\u00e4ndnis, dass er selbst nicht klug genug sei, eine solche L\u00f6sung zu finden, falls es sie gebe. Einen Ausweg, der Gewalt vermeidet, sieht er nicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Schlussfolgerung<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz zieht daraus eine eindeutige Konsequenz: Wer das Problem in erster Linie als islamistischen Terrorismus oder als gescheiterte Integration einer grunds\u00e4tzlich kompatiblen Bev\u00f6lkerung betrachte, verorte den Treiber des Konflikts falsch. Das Kompatibilit\u00e4tsproblem h\u00e4lt er f\u00fcr real. Es werde seiner Meinung nach nicht durch gem\u00e4\u00dfigte Sprecher wegverhandelt werden k\u00f6nnen, sobald sich konvexe Politik wirklich durchgesetzt habe, was nach seiner Auffassung bereits geschehen sei, weil maximalistische Stimmen die zentristischen bereits verdr\u00e4ngten. Die Kraft, die das Problem in diesem Ausma\u00df unl\u00f6sbar gemacht habe, sieht Betz jedoch in der Entscheidung der \u00bbElite\u00ab, es \u00fcberhaupt erst zu importieren, seinen Charakter zu leugnen und das Wahrnehmen des Problems durch Einheimische zu sanktionieren. Er erwartet, dass die Reaktion der Einheimischen Form und Dauer des Kommenden bestimmen werde. Diese Reaktion sei nicht mehr latent, sondern beginne sich zu zeigen, auch \u00f6ffentlich und dokumentiert.<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Teil 2<\/span><\/strong><\/h4>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Antisemitismus im Vereinigten K\u00f6nigreich<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz sieht in dem von ihm beschriebenen Geschehen das Entstehen eines gr\u00f6\u00dferen Konflikts, der Juden treffen werde und in vieler Hinsicht bereits treffe. Er stimmt voll zu, dass das Ausma\u00df des Antisemitismus und insbesondere der antiisraelischen Feindseligkeit im Vereinigten K\u00f6nigreich sehr hoch sei, und zwar aus Gr\u00fcnden, die fast allen offensichtlich sein d\u00fcrften. Diese Haltungen seien nach seiner Wahrnehmung weit verbreitet und zugleich tief verankert, besonders in der muslimischen Gemeinschaft, die nach seinem Eindruck wenig Anlass sehe, sie zu verbergen. Offene Drohungen, h\u00e4ufig verbal, mitunter aber weit dar\u00fcberhinausgehend, w\u00fcrden zunehmend h\u00e4ufiger. Betz sieht keinen Anlass, seinen Lesern zu erkl\u00e4ren, was sie wom\u00f6glich aus eigener Erfahrung oder aus der ihrer Familien kennen. Er will die beiden Themen nicht voneinander trennen und akzeptiert das Bild vom Kanarienvogel im Kohlebergwerk. Er erwartet, dass die \u00bbintertribale\u00ab Dynamik, die sich hier zeige, metastasieren und sich verallgemeinern werde.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Lehren f\u00fcr die Vereinigten Staaten<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zu den Lehren f\u00fcr die Vereinigten Staaten \u00e4u\u00dfert sich Betz mit Zur\u00fcckhaltung. Er z\u00f6gere, Amerikanern anhand eines anderen Landes zu erkl\u00e4ren, was sie \u00fcber ihr eigenes Land verstehen sollten; er sei Brite, lebe in London und verfolge die amerikanische Politik nicht so genau wie vermutlich viele seiner Leser. Er habe jedoch den starken Eindruck, dass alle sechs von ihm genannten Faktoren bei einem amerikanischen Publikum in gewissem Ma\u00df Widerhall f\u00e4nden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Faktionalismus und Polarisierung seien dort nach seiner Einsch\u00e4tzung sicher nichts Neues. Die Wahrnehmung eines Statusverlusts (\u00bbDowngrading\u00ab) sei im amerikanischen Fall in mancher Hinsicht beschleunigt, zugleich aber m\u00f6glicherweise abgemildert, weil der Gro\u00dfteil der Zuwanderung in die USA nicht \u00fcberwiegend muslimisch sei, sondern aus Regionen stamme, deren Zuwanderer nach seiner Vermutung leichter zu assimilieren seien. Zudem h\u00e4tten die USA wom\u00f6glich den Vorteil eines Selbstverst\u00e4ndnisses, das auf einem politischen Glaubensbekenntnis beruhe (\u00bbcreedal\u00ab). Das sei in Europa nicht der Fall, wo die demografische Entwicklung als im Kern national existenziell wahrgenommen werde; in den USA sei dies nach seinem Gef\u00fchl etwas anders. Auch den Vertrauensverlust in die Legitimit\u00e4t der Politik als funktionierendes Mittel zur L\u00f6sung kollektiver Probleme d\u00fcrfte ein amerikanischer Zuh\u00f6rer nach seiner Ansicht als Problem wiedererkennen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wirtschaftliche Prekarit\u00e4t sieht Betz ebenfalls als gegeben an. Er sei kein \u00d6konom, halte es aber f\u00fcr keine gute Idee, dass die Staatsverschuldung die Marke von 40 Billionen Dollar \u00fcberschreite. Hinzu komme eine erhebliche Sorge um die Stellung des Dollars als Weltreservew\u00e4hrung. Was noch vor f\u00fcnf Jahren sehr seltsam gewirkt h\u00e4tte, erscheine heute als durchaus rationale Sorge, und ein solcher Verlust w\u00e4re nach seiner Einsch\u00e4tzung von gro\u00dfer Tragweite. Da die USA eine gut bewaffnete Bev\u00f6lkerung und eine historische Tradition der Revolution h\u00e4tten, treffe auch dieser Faktor zu. Die amerikanischen \u00bbEliten\u00ab vermittelten ihm keineswegs den Eindruck von Kompetenz und Einigkeit. Aus all diesen Gr\u00fcnden sieht Betz die USA im Blickfeld, allerdings mit Unterschieden, die Amerikaner vermutlich besser erkennen und erkl\u00e4ren k\u00f6nnten als er. So stelle es sich aus der Au\u00dfenperspektive dar.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Betz r\u00e4t, auch Amerikaner m\u00fcssten ihre Infrastruktur in den Blick nehmen und sich auf die Abmilderung der Folgen dessen einstellen, was voraussichtlich komme. Infrastruktur sei dabei nicht nur als etwas zu betrachten, das gegen Angriffe von au\u00dfen zu sch\u00fctzen sei. Er gibt zu bedenken, dass sich fast die gesamte Literatur zum Schutz kritischer Infrastruktur mit Cyberangriffen oder \u00e4u\u00dferen Angriffen befasse und nicht mit Angriffen von innen, die nach seiner Auffassung offenkundig die vorherrschende Bedrohung bzw. Bedrohungsquelle seien. Ernsthafte Akteure sollten daher Karten der Infrastruktur, der Br\u00fccken und Verkehrsnetze, im Grunde der Lebenserhaltungssysteme, daraufhin pr\u00fcfen, wie diese im Kontext eines ernsthaften innerstaatlichen Konflikts zum Ansatzpunkt von Konfliktakteuren werden k\u00f6nnten. Man wolle, so Betz, nicht \u00fcberraschend feststellen, dass die eigene Stadt nur \u00fcber Lebensmittel f\u00fcr drei Tage verf\u00fcge, von zwei sehr st\u00f6ranf\u00e4lligen Hauptverkehrsadern abh\u00e4nge und die Br\u00fccken gerade in den Fluss gest\u00fcrzt seien. Das w\u00e4re ein schlechter Zeitpunkt, um in Panik zu geraten.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">K\u00f6nnte sich der Konflikt \u00fcber Europa ausbreiten?<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Frage, ob sich der Konflikt \u00fcber Europa ausbreiten k\u00f6nnte, bejaht Betz und spricht offen von einem \u00bbsehr knappen Rennen\u00ab. Eine der h\u00e4ufigsten Fragen an ihn sei, wo es zuerst geschehen werde. Sehr oft habe er darauf Irland genannt, und zwar aus einem B\u00fcndel von Gr\u00fcnden. Alle zuvor genannten Faktoren tr\u00e4fen auf Irland zu. Zudem habe Irland eine j\u00fcngere Geschichte innerstaatlicher Konflikte und infolgedessen ein gr\u00f6\u00dferes Reservoir an Menschen mit den entsprechenden F\u00e4higkeiten, der entsprechenden Mentalit\u00e4t und dem entsprechenden Temperament. Es k\u00f6nne also dort beginnen. Seine Einsch\u00e4tzung zu Gro\u00dfbritannien habe er bereits dargelegt. Selbstverst\u00e4ndlich komme auch Frankreich in Frage. Betz r\u00e4umt ein, er h\u00e4tte wom\u00f6glich Frankreich gew\u00e4hlt, doch habe ihn vielleicht beeinflusst, dass er in London sitze. Niemand k\u00f6nne die Bilder aus Frankreich der vergangenen Woche (KW 42\/43 2026) sehen und meinen, alles laufe gut; das sei, milde ausgedr\u00fcckt, offensichtlich. Es komme also eine Reihe von L\u00e4ndern in Betracht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Kern argumentiert Betz, dass es kaum eine Rolle spiele, in welchem Land der Konflikt zuerst ausbreche. Demonstrationseffekte, die Verflechtung dieser L\u00e4nder und die Gemeinsamkeit der zugrunde liegenden Probleme seien so ausgepr\u00e4gt, dass er eine recht schnelle \u00dcbertragung von einem Land auf das andere erwartet.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Konfliktparteien sowie Rolle von Polizei und Armee<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Konfliktparteien lassen sich nach Betz zweckm\u00e4\u00dfig in drei Hauptkategorien einteilen: die zuvor beschriebene postnationale \u00bbElite\u00ab, ein Gro\u00dfteil der einheimischen Masse und der nicht-einheimische Bev\u00f6lkerungsteil. Diese Gruppen seien weder gleich gro\u00df noch von gleichem Potenzial. Alle h\u00e4tten jedoch Gr\u00fcnde, unter Stressbedingungen, wie sie bereits auftr\u00e4ten, aufeinanderzutreffen. Diese Dreiteilung liegt nach seiner Darstellung dem zuvor beschriebenen Bild eines Konflikts mit zwei Vektoren zugrunde. Darin revoltiere die einheimische Masse einerseits gegen ihre eigene \u00bbElite\u00ab, die sie f\u00fcr eine Politik von rund 30, eigentlich sogar mehr Jahren bestrafen wolle, die ihr nach ihrer Wahrnehmung ohne angemessenes demokratisches Mandat aufgezwungen worden sei. Zugleich befinde sie sich in einem eher konventionellen \u00bbintertribalen\u00ab Konflikt mit der j\u00fcngeren, nicht-einheimischen Bev\u00f6lkerung, vergleichbar etwa mit Nordirland (Nordirlandkonflikt 1969 bis 1998), dem Libanon oder dem Balkan.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese dreiteilige Struktur bestimmt nach Betz\u2019 Einsch\u00e4tzung die Logik, nach der der Konflikt gef\u00fchrt werde. Der zweite, \u00bbintertribale\u00ab Vektor werde im Wesentlichen als Belagerungskrieg in einer Variante des 21. Jahrhunderts gef\u00fchrt: St\u00e4dte w\u00fcrden nicht direkt mit Massenkr\u00e4ften angegriffen, sondern durch das Kappen ihrer lebenserhaltenden Infrastruktur, sodass in den urbanen Zonen unbewohnbare Verh\u00e4ltnisse entst\u00fcnden. Was mit einer Stadt, insbesondere einer geteilten Stadt, geschehe, wenn Strom und Heizung f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit abgeschaltet w\u00fcrden, sei leicht vorstellbar und nicht nur theoretisch beschrieben, sondern empirisch gut belegt. Die Logik der eher populistischen \u00bbBauernrevolte\u00ab beschreibt Betz dagegen als \u00bbschmutzigen Krieg\u00ab: einen chronischen Konflikt, der mit Mitteln wie Attentaten, Entf\u00fchrungen und gezielten Anschl\u00e4gen gef\u00fchrt werde. Diese sollten Angst erzeugen, vor allem aber eine informationelle Wirkung entfalten und den Staat zu einer \u00dcberreaktion provozieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Polizei und Milit\u00e4r betrachtet Betz nacheinander, wobei er der Polizei die gr\u00f6\u00dfte Bedeutung beimisst. Entscheidend sei, dass die britische Polizei chronisch unterbesetzt und unzureichend ausgebildet sei und bestimmte inl\u00e4ndische F\u00e4higkeiten nicht besitze, die man von ihr erwarte. Historisch sei die britische Polizei im Bereich der inneren Sicherheit sehr leistungsf\u00e4hig gewesen, vor allem durch den Special Branch, eine Einrichtung mit polizeilicher Aufgabe in Inlandsaufkl\u00e4rung und Staatsschutz. Der Special Branch sei jedoch vor deutlich mehr als zehn Jahren aufgel\u00f6st worden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zum Milit\u00e4r r\u00e4umt Betz ein, dass seine Einsch\u00e4tzung mit Blick auf die Fachliteratur umstritten sei. Nach dieser sei einer der wohl entscheidendsten Faktoren f\u00fcr Erfolg oder Scheitern eines Aufstands, auf welche Seite sich die Armee stelle. Bleibe sie der Regierung treu, \u00fcberlebe die Regierung in der Regel. Betz h\u00e4lt es dagegen f\u00fcr wahrscheinlich, dass die Armee im britischen und vermutlich auch in anderen westlichen F\u00e4llen keine gro\u00dfe Rolle spielen werde. Daf\u00fcr seien ihre Mannschaftsst\u00e4rken zu gering; zudem sei sie gespalten. Im britischen Fall komme hinzu, dass aufeinanderfolgende Regierungen die beschriebene Lage herbeigef\u00fchrt h\u00e4tten und die derzeitige Regierung im Kern eine juristische Kampagne (\u00bbLawfare\u00ab) gegen die Spezialkr\u00e4fte f\u00fchre, insbesondere gegen den Special Air Service. Daher gebe es nach seiner Ansicht viele Gr\u00fcnde zu bezweifeln, dass gerade jener Teil der Armee, der f\u00fcr die St\u00fctzung des Regimes am wichtigsten w\u00e4re, auch zur Verf\u00fcgung st\u00fcnde. Betz betont, dabei nicht naiv zu sein: Berufssoldaten, besonders in solchen Funktionen, k\u00f6nnten durchaus eine s\u00f6ldnerhafte Mentalit\u00e4t haben. Dennoch gebe es gute Gr\u00fcnde f\u00fcr Zweifel, und mehrere britische Gener\u00e4le h\u00e4tten gewarnt, die feste Erwartung britischer milit\u00e4rischer Loyalit\u00e4t sei nicht so gut begr\u00fcndet wie angenommen und sollte hinterfragt werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wegen der unzureichenden Polizei, der geringen Gr\u00f6\u00dfe des Milit\u00e4rs und dessen zweifelhafter Zuneigung zur Regierung h\u00e4lt Betz es f\u00fcr das wahrscheinlichste Szenario, dass das Milit\u00e4r zerbricht. Teile davon blieben der verbliebenen \u00bbElite\u00ab nach seiner Erwartung so weit loyal, dass sie etwa die zentralen Teile Londons und anderer Orte sichern k\u00f6nnten, dar\u00fcber hinaus aber kaum gestaltende Wirkung entfalten w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Was will die \u00bbElite\u00ab?<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Ziel der \u00bbElite\u00ab sieht Betz im Wesentlichen im Dienst an postnationalen Idealen. Die Ironie bestehe darin, dass die westliche Welt, mit der m\u00f6glichen Ausnahme der USA unter dem gegenw\u00e4rtigen Pr\u00e4sidenten bzw. der gegenw\u00e4rtigen Regierung, aus L\u00e4ndern bestehe, deren nationale F\u00fchrungen nicht an das nationale Interesse glaubten. Diese Menschen ordnet Betz der Klasse zu, die David Goodhart als \u00bbAnywheres\u00ab (\u00dcberall-Menschen) bezeichne: global mobile Menschen, die sich anderen nationalen \u00bbEliten\u00ab enger verbunden f\u00fchlten als den Menschen, die sie regierten. Den Haupttreiber sieht er daher in dem, was er die postnationale Identit\u00e4t der westlichen \u00bbElite\u00ab des 21. Jahrhunderts nennt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Identit\u00e4t weise eine Reihe von Merkmalen auf. Der K\u00fcrze halber konzentriert sich Betz auf das aus seiner Sicht wohl bedeutendste: die Wahrnehmung des eigenen Landes als eine Art sehr gro\u00dfe Excel-Tabelle. Darin existierten B\u00fcrger als Buchungszeilen, und P\u00e4sse dienten im Grunde nur als Steuerkennzeichen. Ein Verst\u00e4ndnis einer inneren, wesenhaften Verbindung zwischen einem Volk, seiner Geschichte und seinem Land gebe es nicht. Vielmehr gelte eine solche Sprache in \u00bbElitenkreisen\u00ab als h\u00f6chst verd\u00e4chtig. Schon die blo\u00dfe Er\u00f6rterung eines spezifisch nationalen Interesses werde als moralisch fragw\u00fcrdig behandelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als konkretes Beispiel verweist Betz auf David Goodharts Buch \u00bbThe Road to Somewhere: The Populist Revolt and the Future of Politics\u00ab. Darin werde ein Gespr\u00e4ch mit dem damals rangh\u00f6chsten britischen Beamten, Gus O\u2019Donnell, wiedergegeben, der zu dieser Zeit im Finanzministerium (Treasury) t\u00e4tig gewesen sei. O\u2019Donnell habe Goodhart erkl\u00e4rt, er habe w\u00e4hrend seiner Zeit im Finanzministerium im Grunde Masseneinwanderung bef\u00fcrwortet, weil er seine Aufgabe darin gesehen habe, dem globalen und nicht dem nationalen Wohl zu dienen. So sieht Betz die Motivation der \u00bbElite\u00ab: Sie sei grundlegend postnational.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Hinzu komme nach seiner Darstellung, dass man als Angeh\u00f6riger dieser Schicht auch finanziell profitiere. Innerhalb dieses Systems sei, zumindest bislang, ein komfortables und einigerma\u00dfen sicheres Leben m\u00f6glich, weil die beschriebenen Kosten in der Regel nicht auf der Ebene der \u00bbElite\u00ab getragen w\u00fcrden. Lohndruck etwa werde am st\u00e4rksten in den Arbeiterschichten sp\u00fcrbar. Der starke Anstieg der Verm\u00f6genspreise, insbesondere bei Immobilien, sei dagegen in vieler Hinsicht denen zugutegekommen, die bereits Verm\u00f6gen besessen h\u00e4tten. Betz erkennt darin ein Zusammenspiel individueller und finanzieller Gr\u00fcnde einerseits und \u00fcbergeordneter, ideeller Gr\u00fcnde andererseits.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Vier m\u00f6gliche Ausg\u00e4nge<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Auf die Frage, wie der Konflikt enden und welche Ordnung folgen k\u00f6nnte, beantwortet Betz zun\u00e4chst die Teilfrage, ob die \u00bbwoke Linke\u00ab und nicht assimilierte Einwanderer auf derselben Seite blieben. Er sieht einen offenkundig bevorstehenden Bruch zwischen der \u00bbwoken Linken\u00ab und der, wie er pr\u00e4zisiert, im Wesentlichen muslimischen Bev\u00f6lkerung. Dieser Bruch sei nahezu unvermeidlich; er sehe nicht, wie dieses B\u00fcndnis zusammenhalten k\u00f6nne. Man k\u00f6nne bereits erkennen, wie es zerbreche. Als bestes Beispiel f\u00fcr diese Dynamik nennt er die britische Green Party, die als Umweltbewegung begonnen und sich im Wesentlichen in eine \u00bbGaza-Partei\u00ab verwandelt habe. Damit \u00fcbertreibe er nicht. An dieser Front werde es also nach seiner Erwartung zum Bruch kommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie die Nachkriegsordnung aussehen werde, h\u00e4lt Betz f\u00fcr \u00e4u\u00dferst schwer vorherzusagen. Er will der Frage nicht ausweichen und wagt einen Versuch, betont aber dessen begrenzte Aussagekraft. Bis zu einer Nachkriegsordnung sei es ein sehr weiter Weg, auf dem vieles geschehen k\u00f6nne; zudem r\u00e4umt er offen ein, dass Akademiker st\u00e4ndig schlechte Vorhersagen tr\u00e4fen. Logisch betrachtet sieht er drei plausible, wenn auch nicht gleich plausible Ausg\u00e4nge. Im weiteren Verlauf erg\u00e4nzt er einen vierten.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Szenario 1: Islamisch gepr\u00e4gter Staat infolge demografischer Entwicklung<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der erste m\u00f6gliche Ausgang entspricht nach Betz im Kern dem, was J. D. Vance skizziert habe, als er vor etwa einem Jahr oder l\u00e4nger gesagt habe, das Vereinigte K\u00f6nigreich k\u00f6nnte das erste islamistische Land mit Atomwaffen werden (er sagte dies am 16. Juli 2024 auf der National Conservatism Conference). Vance habe damit nach Betz\u2019 Einsch\u00e4tzung rhetorisch eine Handgranate werfen wollen, seine Argumentation sei aber nicht v\u00f6llig abwegig. Er habe im Kern eine Entwicklung des Landes beschrieben, in der die demografischen Projektionen zutr\u00e4fen oder sich sogar beschleunigten. Betz h\u00e4lt dies f\u00fcr sehr plausibel, wenn man die gegenw\u00e4rtige Entwicklung betrachte und Faktoren wie Familiennachzug hinzunehme. Dieses Szenario sei also nicht v\u00f6llig unplausibel, nach seiner Einsch\u00e4tzung aber nicht das wahrscheinlichste.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als jemand, der eher Kriegs- als Politikwissenschaftler sei, sieht Betz aus taktischer Sicht erhebliche Verwundbarkeiten auf Seiten des nicht-einheimischen Bev\u00f6lkerungsteils. Die wichtigste sei dessen sehr geringes Br\u00fcckenkapital (\u00bbbridging capital\u00ab), also das Fehlen von Verb\u00fcndeten. Er vermutet, dass es recht offensichtliche Wege gebe, diese Gruppe zu spalten, wenn jemand dies entschlossen genug verfolge. Auch ihre demografische Verteilung, wie sie sich auf der Landkarte zeige, h\u00e4lt er f\u00fcr recht verwundbar. Er m\u00fcsse wohl kaum erkl\u00e4ren, warum das Leben in Ghettos keine sichere Position sei. Eine Entwicklung, die zur Ghettoisierung, auch zur Selbstghettoisierung, gef\u00fchrt habe, sei keine ideale Ausgangslage, um einen solchen innerstaatlichen Konflikt auszufechten.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Szenario 2: Sieg der \u00bbElite\u00ab und autorit\u00e4re Ordnung<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als weitere M\u00f6glichkeit nennt Betz, dass sich die \u00bbEliten\u00ab durchsetzen. Diese Form des Sieges bedeute nach seiner Einsch\u00e4tzung jedoch im Kern das Ende der Demokratie, wie man sie kenne. M\u00f6glicherweise bleibe eine performative Fassade erhalten, vielleicht verzichte man aber auch darauf. Erste Anzeichen daf\u00fcr sieht Betz in der zunehmenden Algorithmisierung der inneren Sicherheit, insbesondere der \u00dcberwachung von Meinungs\u00e4u\u00dferungen, die im Vereinigten K\u00f6nigreich inzwischen, wie jeder wisse, sehr ausgepr\u00e4gt sei. Das Ergebnis w\u00e4re nach seiner Vorstellung etwa eine Version von \u00bb1984\u00ab, vielleicht weniger grau, in irgendeiner Mischform. Betz spricht von der Wiederkehr eines autorit\u00e4ren Musters, bei dem man die Demokratie im Grunde aufgebe. M\u00f6glicherweise gebe man dabei auch einen Gro\u00dfteil der Sicherheit auf. Vielleicht k\u00f6nnte ein solches System zwar Sicherheit gew\u00e4hrleisten, dann aber mit wenig verbleibender Freiheit.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Szenario 3: Die einheimische Mehrheit zwingt die \u00bbElite\u00ab zur R\u00fcckkehr zu nationaler Politik<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die dritte M\u00f6glichkeit sieht Betz darin, dass die einheimische Masse ihre eigene \u00bbElite\u00ab so wirksam bestraft, dass diese eingesch\u00fcchtert und gezwungen wird, wieder als nationale \u00bbElite\u00ab zu regieren. Damit ginge nach seiner Erwartung im Kern, zum zweiten Mal binnen 100 Jahren in Europa, eine massenhafte Bev\u00f6lkerungsbewegung einher.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Szenario 4: Lange Phase der Balkanisierung (nach Betz am wahrscheinlichsten)<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Schlie\u00dflich erg\u00e4nzt Betz noch eine vierte M\u00f6glichkeit. Das dritte Szenario h\u00e4lt er f\u00fcr wahrscheinlicher als die beiden ersten, am wahrscheinlichsten sei jedoch das vierte: eine lange Phase der Balkanisierung. Statt diese selbst zu beschreiben, empfiehlt er den relativ bekannten Roman \u00bbRandom Acts of Senseless Violence\u00ab des amerikanischen Autors Jack Womack, geschrieben Anfang der 1990er-Jahre. Der Roman spiele in einer zuk\u00fcnftigen Version der Vereinigten Staaten, etwa in der heutigen Zeit, und sei aus der Perspektive eines zw\u00f6lfj\u00e4hrigen M\u00e4dchens erz\u00e4hlt, das, wie sich herausstelle, j\u00fcdisch sei und mit seiner Familie in New York lebe. In dieser Welt w\u00fcrden mehrmals im Jahr Pr\u00e4sidenten ermordet, die Polizeiarbeit sei faktisch zusammengebrochen, und es herrsche eine mehr oder weniger chaotische Anwendung des Kriegsrechts, in der \u00bbintertribale\u00ab Gewalt endemisch sei. Die Menschen versuchten, sich selbst zu sch\u00fctzen, unter anderem durch das H\u00e4rten ihrer H\u00e4user und lokale Verteidigungsma\u00dfnahmen, w\u00e4hrend sie zugleich verzweifelt versuchten, ein gewisses Ma\u00df an normalem zivilem und wirtschaftlichem Leben aufrechtzuerhalten. Das Buch sei nach Betz\u2019 Urteil, gelinde gesagt, sehr unangenehm zu lesen. Es sei in den 1990er-Jahren relativ popul\u00e4r gewesen, verdiene aber heute eine erneute Lekt\u00fcre, weil es ihm als Bild der wahrscheinlichsten Zwischenl\u00f6sung erscheine.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Was danach komme, wisse er nicht, r\u00e4umt Betz ein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 8pt; color: #000000;\">\u00a9 RiskCompass. Foto: Pixabay. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterst\u00fctzend KI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 8pt; color: #000000;\"><strong>Quelle und Grundlage:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YGIlbvHsnYY\">Islamism in the U.K.: A Looming Civil War? with David Betz.<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David Betz, Professor of War in the Modern World am Department of War Studies des King\u2019s College London, beschreibt den von ihm erwarteten Konflikt als ein Ereignis mit zwei Vektoren. Den ersten fasst er als eine Art \u00bbBauernaufstand des 21. Jahrhunderts\u00ab auf: Erhebliche Teile der einheimischen Bev\u00f6lkerung erh\u00f6ben sich darin gegen eine postnationale \u00bbElite\u00ab, deren&nbsp;&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1053913,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[375],"tags":[],"class_list":["post-1053886","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-buergerkrieg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1053886","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1053886"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1053886\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1053957,"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1053886\/revisions\/1053957"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1053913"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1053886"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1053886"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/riskcompass.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1053886"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}